Eigentlich wollten wir am 25. Februar nach Berlin kommen, ausgehen, in unsere Liebslingsbars und -clubs. Mein Freund und ich, wir waren öfter in Berlin. Doch leider begann am 24. Februar ein Angriff auf unser Land. Seitdem beginnt jeder Tag anders für uns beide: Mal kochen wir fürs Militär oder für Freiwillige, mal holen wir Medikamente ab und liefern sie an Krankenhäuser, mal gehen wir zum Strand, um Sand in Säcke zu füllen, damit wir Posten in den Straßen blockieren. Einer bleibt immer zu Hause, damit Polizisten und Militärs in unsere Wohnung kommen können, um sich auszuruhen, zu essen und zu duschen. Außerdem sammeln wir natürlich Geld für Munition. Allein unsere Familie hat aus eigenen Ersparnissen um die 3500 Euro gespendet.
Odessa Calling
Wie man eine Nacht in Odessa übersteht: „Wir schlafen manchmal gar nicht“
Unser Autor lebt in Odessa, war schon öfter in Berlin und hat sich entschieden, dort zu bleiben – und zu kämpfen, wenn nötig.
Volodymyr Kandabarow
4 Min
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Wie sich Odessa auf den russischen Angriff vorbereitet.
© imago
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