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Weißer Hai: Forschern gelingt wohl erstmals Aufnahme von einem Baby

Ein Dokumentarfilmer und ein Biologe entdecken vor der Küste Kaliforniens einen Weißen Hai. Viel deutet darauf hin, dass es sich um eine Sensation handelt.

Team News dpa/BLZ
3 Min
Ein offenbar neugeborener Weißer Hai vor der Küste Kaliforniens  bei Santa Barbara. 

Ein offenbar neugeborener Weißer Hai vor der Küste Kaliforniens bei Santa Barbara. 

© Carlos Gauna/dpa

Einem Tierfotografen ist möglicherweise das erste Foto eines neugeborenen Weißen Hais gelungen. Einem am Dienstag in der Fachzeitschrift Environmental Biology of Fishes veröffentlichten Bericht zufolge beobachtete Fotograf Carlos Gauna im Juli 2023 gemeinsam mit dem Doktoranden Philip Sternes vor der kalifornischen Küste ein trächtiges Weibchen. Das Tier tauchte ab, kurze Zeit später kam ein kleiner Hai an die Wasseroberfläche und schaute direkt ins Objektiv von Gaunas an einer Drohne befestigter Kamera.

Die Aufnahme zeige den Hai, wie er einen weißen Film von seinem Körper abstreift. Diese Aufnahmen könnten auf ein neugeborenes Tier hinweisen, an dessen Körper noch Substanzen aus dem Embryonalstadium kleben. Grund könne aber auch eine bisher unbekannte Hautkrankheit sein.

Der Hai sei im Juli 2023 in den Gewässern vor Südkalifornien von einer Drohnenkamera gefilmt worden, schreiben die Autoren. Er sei rund 1,5 Meter lang und komplett weiß gewesen. Erwachsene Tiere sind dagegen oben grau und unten weiß. Bei genauerer Betrachtung der Fotos und des Videos, sei zu sehen gewesen, dass eine weiße Schicht vom Körper abgestreift wurde, während der Hai schwamm. „Ich glaube, es war ein neugeborener Weißer Hai, der seine embryonale Schicht abwarf“, sagt Sternes.

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Es sei auch möglich, dass die weiße Schicht von einer Hautkrankheit herrühre, schreibt das Team. Größe und Erscheinungsbild des Hais deuteten jedoch auf ein Neugeborenes hin. Zudem stamme die Aufnahme sowohl aus einem Gebiet als auch aus einer Jahreszeit, in der die Geburt junger Haie vermutet wird.

„Der Artikel ist durchaus seriös“, sagt Timo Moritz vom Deutschen Meeresmuseum in Stralsund. „Ungeachtet der Seriosität muss man natürlich mit Schlussfolgerungen vorsichtig sein, denn es handelt sich hier nur um eine Einzelbeobachtung.“ Das Autorenteam favorisiere zwar die Hypothese mit dem Neugeborenen. Die Studie thematisiere aber nicht, ob es auch bei anderen Haiarten Hinweise auf solche Schichten bei Neugeborenen gebe. „Dem ist nämlich meines Wissens nach nicht so und das schwächt natürlich diese Hypothese.“ Er selbst möchte keine der Hypothesen als wahrscheinlicher herausstellen.

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Hautkrankheit laut Autoren möglich aber unwahrscheinlich

Der Fotograf Gauna berichtet, dass er an dem Ort vermutlich schwangere Haie gesichtet habe. „Ich habe an diesem speziellen Ort in den Tagen zuvor drei sehr große Haie gefilmt, die schwanger erschienen. An diesem Tag tauchte einer von ihnen ab, und nicht lange danach tauchte dieser völlig weiße Hai auf.“ Der Tierfilmer hat bereits Tausende von Stunden damit verbracht, Haie auf der ganzen Welt zu filmen.

Hauterkrankungen treten den Autoren zufolge zwar bei Haien auf, allerdings nur selten. Die Tatsache, dass die Haut unter der abgelösten Schicht normal pigmentiert war, spreche gegen Albinismus. Auch Erkrankungen wie Dermatitis seien bei Haien nachgewiesen, die Voraussetzungen ähnelten aber nicht der Beobachtung. Falls es sich bei der weißen Schicht nicht um embryonale Substanzen handele, käme laut dem Duo nur eine bisher unbekannte Hauterkrankung infrage.

Bereits 2019 hatte ein anderes Team von sechs neugeborenen Weißen Haien berichtet, die in den Jahren 2015 bis 2017 vor der Pazifikküste Mexikos mit Netzen gefangen worden seien. Die Tiere von 1,1 bis 1,5 Metern Länge seien nach der Datenerhebung wieder freigelassen worden.

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