Bis zum 31. März gelten an Schulen und Kitas noch die bisherigen Regelungen. Doch dann ändert sich vieles: Ab dem ersten April gilt in den Schulen keine Maskenpflicht mehr. Die Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse empfiehlt aus Infektionsschutzgründen weiter, die Maske zu tragen. Aber klar ist auch, dass niemand wegen seiner Entscheidung, Maske zu tragen oder nicht zu tragen, benachteiligt werden darf.
Ansonsten gilt die Testpflicht im April weiter, vor und nach den Osterferien. Es seien genug Testkapazitäten vorhanden, teilte ein Sprecher der Bildungsverwaltung mit. Wie bisher sollen an den Schulen drei Tests pro Woche durchgeführt werden – und für den Fall, dass Corona-Fälle in einer Klasse auftreten, fünf Tests in der betroffenen Lerngruppe.
Das bisherige Testregime an Kitas und Schulen wird fortgeführt
Auch im Kitabereich gilt die bisherige Testpflicht bis Ende April: Hier werden drei Tests pro Woche an die Eltern verteilt, die diese zu Hause durchführen und das Ergebnis mit einem unterschriebenen Formblatt dokumentieren. Ob und wie lange das sogenannte Test-to-stay-Verfahren fortgeführt werden soll, wird im Moment noch diskutiert: also die Frage, ob bei Corona-Fällen auch in den betroffenen Kitagruppen die Anzahl der Tests von drei auf fünf gesteigert werden muss.
Kita-Leiterin aus Köpenick: „Durchseuchung durch die Hintertür!“
Eine Maske musste und muss in den Kitas nicht getragen werden. Seit dem 19. März gilt in Kitas der „Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen“ – und ab dem 1. April der „normale Regelbetrieb“. Das heißt, dass die regulären Öffnungszeiten wieder gelten und die Kinder Anspruch haben auf eine Betreuung im Umfang des individuellen Gutscheins. Früh- und Spätdienst sind wieder anzubieten und die Vorgabe, dass die Betreuung in möglichst stabilen Gruppen von 25 Personen stattfinden muss, entfällt. Allerdings hat die Kitaleitung immer noch die Möglichkeit, im Fall großen Personalmangels in Rücksprache mit der Kitaaufsicht erneut um eine Reduktion der Öffnungszeiten zu bitten.
Ohne Hotspotregelung in Berlin keine Maskenpflicht
Durch die neue Bundesinfektionsschutzordnung hat das Land Berlin selbst gar keine Möglichkeit mehr, an der Maskenpflicht in Schulen festzuhalten, obwohl die Infektionszahlen in der Hauptstadt immer noch sehr hoch sind. Bei der letzten Ministerpräsidentenkonferenz hat die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey das kritisiert; aber eine Maskenpflicht kann es nur wieder geben, wenn das Berliner Parlament eine Hotspotregelung beschließt, die sich dann aber auf ganz Berlin beziehen müsste.
Der Wegfall der Maskenpflicht in Schulen löst bei Schulleitern, Lehrern, Eltern und Schülern gemischte Gefühle aus. Der Landeselternausschuss findet den Weg der Maskenpflicht nicht nachvollziehbar und völlig verfrüht – zu angespannt sei die Lage mit Blick auf das heftige Infektionsgeschehen.
Angst, Freude und aufflammende Diskussionen im Klassenzimmer
Sven Zimmerschied, der Leiter der Friedensburg-Oberschule sagt: „Mir wäre es fast lieber, wenn man die Maskenpflicht beibehalten und auf die Testpflicht verzichtet hätte.“ Er habe die Sorge, „dass die Angewohnheit schnell erodieren wird, sobald das Maskentragen freiwillig ist. Auf jeden Fall wird es in den Klassen dann wieder Verwerfungen und Diskussionen geben.“
Berliner Lehrer zu Masken: Kinder hatten Kopfweh und Konzentrationsprobleme
Viele Lehrer in seinem Kollegium seien entschieden, die Maske weiterzutragen und ihre Schüler ebenfalls dazu zu animieren. „Weil sie ihnen eine wichtige Sicherheit bietet. Und weil sie eine einfache, aber wirksame Methode ist, um Infektionen zu verhindern und dafür zu sorgen, dass die Schulen offen bleiben können.“
Bei Martin Schneider, Lehrer für Englisch und Politik an der Evangelischen Schule Neukölln überwiegen die positiven Gefühle. Er freut sich, dass die Einschränkungen wegfallen. „Denn als Lehrer habe ich es schon als sehr große körperliche Belastung empfunden, sechs Stunden am Tag durch die Maske zu sprechen und damit Unterricht zu machen.“ Bei seinen Schülern seien die Reaktionen sehr unterschiedlich: „Manche sind sehr ängstlich und vorsichtig. Andere hätten ihre Masken gerne schon vor Monaten in den Müll geworfen.“
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