Kommentar

Berlin muss seine Clubs pflegen

Die Landesregierung macht zu wenig für die Erhaltung von Kultclubs der Partyszene. Seit Jahren müssen Clubbetreiber ihre Locations räumen - jetzt auch das KitKat und der Sage-Club.

Gerhard Lehrke
2 Min
Der KitkatClub in Berlin. Das Bild stammt aus dem Jahr 2008.

Der KitkatClub in Berlin. Das Bild stammt aus dem Jahr 2008.

Aber getan wird seitens der Landesregierung wenig dafür. Seit Jahren müssen Clubbetreiber immer wieder ihre Locations räumen, weil sie wie jetzt Sage Club und KitKatClub wegspekuliert oder von einer alternden, lärmempfindlicher gewordenen Ex-Hipsteria aus den Gegenden geklagt werden, in die sie einstmals wegen der tollen Szene gezogen war.

Das Nachtleben macht Berlin besonders

Sicher gibt es in der Verwaltung Menschen, die sich Gedanken über die Zukunft des Berliner Nachtlebens machen, dem ja von der Wirtschaftsverwaltung große Bedeutung bescheinigt wird. Auf der anderen Seite jedoch hat man es zwar gern lebendig, aber bitte sehr nicht zu sehr, wie das Beispiel Holzmarkt-Areal zeigt. Das Projekt sah sich einer Reihe von Kontrollen  ausgesetzt, die gewiss rechtmäßig sind, die man aber durchaus für kleinlich halten könnte.

Ob die Idee eines Kulturraumbüros aus dem Hause von Senator Klaus Lederer da abhelfen kann, darf bezweifelt werden. Geplant ist eine eierlegende Wollmilchsau, die vom Bildhauer über das Streichquartett bis zum Party-Veranstalter allen einen geeigneten Raum vermitteln soll, die irgendwie mit Kultur zu tun haben. Vielleicht sollte sich Berlin häufiger daran erinnern, dass die Stadt nur weiter anziehend sein wird, wenn es auch ihre Nächte bleiben.

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