Ich habe fünf Jahre lang jeden Sonnabend als Currywurst-Verkäufer auf dem Wochenmarkt am Kollwitzplatz gearbeitet. Habe Sekt und Pommes mit Trüffelmayo an Touristen und neureiche Menschen aus Prenzlauer Berg verkauft, bei Regen und Hitze und Schnee. Man könnte sagen, ich kenne diesen Markt in- und auswendig. Natürlich nur aus der Froschperspektive.
Denn wenn so ein Personal Branding Coach mit schwäbischem Dialekt und 300.000 Euro im Jahr erst mal vor einem steht, frühmorgens, am Anfang der Schicht, dann erkennt man recht schnell, wo der Bauer den Most holt. Da wird einem klar, dass man nur die Currysau ist, ein bisschen origineller als ein Hausangestellter, aber auf derselben gesellschaftlichen Stufe rangierend.
UPDATE
Brutal Berlin
Kollwitzplatz in Berlin: Wo sich reiche Eltern die Kante geben
Was auf dem Kollwitzmarkt passiert, bleibt auch dort. Daher hier ein paar brutale Eindrücke von der Möchtegern-Côte d’Azur Ost-Berlins.
Clint Lukas
6 Min
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Der Kollwitzmarkt als Möchtegern-Côte d'Azur Ost-Berlins. Wo sich die Schickeria ihre wöchentliche Dosis Benimmregeln abholt.
© Klara Bezug für Berliner Zeitung am Wochenende
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