Eigentlich schien alles so, als könnten in dem Prozess um einen mutmaßlichen Stasi-Mord vor 50 Jahren am Grenzübergang Bahnhof Friedrichstraße alle Zeugen ausgesagt haben und vielleicht sogar erste Plädoyers gehalten werden. Doch immer wieder tauchen in den Archiven relevante Dokumente auf, die „gewisse Rückschlüsse zulassen, die hier Einfluss auf die Beurteilung des Tatvorwurfs haben können“, wie Bernd Miczajka, der Vorsitzende Richter, sagt.
Das bedeutet, der Prozess um den gewaltsamen Tod des 38-jährigen polnischen Feuerwehrmanns Jan Czesław Kukuczka vor einem halben Jahrhundert zieht sich hin. Die 29. Strafkammer des Landgerichts Berlin plant mittlerweile fünf weitere Verhandlungstage. Somit wird es ein Urteil vermutlich erst Mitte August geben. Erwogen wird zudem, einen Historiker hinzuzuziehen, der über die Strukturen der Stasi Auskunft geben kann.
Landgericht Berlin
Mordprozess gegen Stasi-Mann: Gebrechliche Zeugen, die sich nicht erinnern wollen
Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines Polen am Grenzübergang Bahnhof Friedrichstraße vor 50 Jahren kommen neue Details zutage. Das Gerichtsverfahren geht in die Verlängerung.
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Czesław Kukuczka starb am Grenzübergang Bahnhof Friedrichstraße. Seine drei Kinder und seine Schwester sind im Prozess Nebenkläger.
© Jens Kalaene/dpa
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