Tansania hat ein neues Erdgasvorkommen entdeckt. Es liegt im Mnazi-Bay-Gebiet im Süden des Landes und umfasst schätzungsweise 223 Milliarden Kubikfuß Gas (6,3 Milliarden Kubikmeter). Das teilte Energieminister Juma Homera laut Reuters am Dienstag mit. Dem Bericht zufolge handelt es sich um die erste derartige Entdeckung seit mehr als zehn Jahren.
An der Erkundung sind die staatliche Tanzania Petroleum Development Corporation (TPDC) und das französische Energieunternehmen Maurel & Prom beteiligt. Reuters zufolge haben die Unternehmen drei Bohrungen vorgenommen, die dazu beitragen sollen, die Gasversorgung des Landes zu verbessern. Die Förderung könnte bereits im November beginnen. Maurel & Prom hatte diesen möglichen Starttermin genannt, wie Reuters und Business Insider Africa berichten.
Tansania führt Gespräche mit Investoren
Tansania will weitere Projekte zur Nutzung seiner Gasvorkommen voranbringen, wie Reuters berichtet. Energieminister Homera zufolge führt die TPDC demnach Gespräche mit vier Investoren, die kleinere Anlagen zur Verflüssigung von Erdgas planen. Verflüssigtes Erdgas wird auch als LNG bezeichnet.
Tansania plant zudem ein Flüssigerdgasprojekt im Wert von rund 42 Milliarden US-Dollar. Wie Reuters am 13. Oktober berichtete, könnten die Vereinbarungen für das Vorhaben unter Beteiligung des norwegischen Energieunternehmens Equinor und des britischen Konzerns Shell nach Angaben des Finanzministers Khamis Mussa Omar in den kommenden Monaten abgeschlossen werden.
Vor der jüngsten Entdeckung beliefen sich Tansanias bekannte Erdgasreserven auf rund 57,5 Billionen Standardkubikfuß, wie Reuters unter Berufung auf die Energieregulierungsbehörde berichtet. Erdgas ist bereits eine wichtige Energiequelle des Landes. Laut BBC entfielen 2024 knapp 80 Prozent der Stromerzeugung in Tansania auf Erdgas.
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Iran-Krieg macht LNG-Projekt attraktiver
Auch für den internationalen Gasmarkt könnte Tansanias Gasindustrie an Bedeutung gewinnen. Die Störung der Energielieferungen durch die Straße von Hormus mache das geplante Flüssigerdgasprojekt für den norwegischen Energiekonzern Equinor attraktiver, erklärte der Leiter des internationalen Geschäfts des Unternehmens, Philippe Mathieu, laut Reuters im August. Equinor sehe darin eine Möglichkeit, neue LNG-Mengen auf den Markt zu bringen, ohne denselben geopolitischen Risiken wie im Nahen Osten ausgesetzt zu sein.
Das rund 42 Milliarden US-Dollar teure Projekt soll Erdgasvorkommen von 47,13 Billionen Kubikfuß (rund 1,33 Billionen Kubikmeter) erschließen. Nach Angaben von Reuters wäre das Gas eine Alternative für Abnehmer in Asien. Ob Tansania künftig auch Europa beliefern könnte, geht aus dem Bericht nicht hervor.
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