Raser

Berliner Anwalt: „Ein junger Mann darf keinen Zugang zu 250 PS haben“

In Berlin kommt es immer wieder zu tödlichen Raser-Unfällen. Der Berliner Oberamtsanwalt will den Zugang zu PS-starken Autos erschweren.

Team News Eva Maria Braungart dpa/Eva Maria Braungart
3 Min
In der Nacht zum 29. Mai kam es in der Tauentzienstraße zu einem tödlichen Raserunfall.

In der Nacht zum 29. Mai kam es in der Tauentzienstraße zu einem tödlichen Raserunfall.

© Schöning/imago

Der für Raser zuständige Berliner Oberamtsanwalt Andreas Winkelmann hat sich für einen Stufenführerschein für Autos ausgesprochen. „Ein junger Mann darf keinen Zugang zu 250 PS haben“, sagte Winkelmann im Interview der Süddeutschen Zeitung. Insbesondere jungen Männern müsse der Zugang zu hochmotorisierten Fahrzeugen erschwert werden, so wie es bei Motorrädern bereits Praxis sei.

„Wenn man sich die Neuzulassungen von Autos ansieht, bemerkt man eine steigende Zahl an PS“, sagte Winkelmann. „Der Trend geht dazu, dass Autos höher motorisiert sind und den Tätern einen Anreiz bieten, sie unter Höchstleistung auszutesten.“ Er fordert ein bundesweites Überlassungsverbot für hochmotorisierte Fahrzeuge an junge Fahrer. Wenn ein Vater ein 300-PS-Auto habe, müsse er es drosseln lassen, wenn er seinen Sohn damit fahren lassen wolle. Und Vermieter sollten nur mindermotorisierte Fahrzeuge an junge Menschen übergeben dürfen, fordert Winkelmann. 80 Prozent der Tatfahrzeuge seien gemietet oder geleast.

Berliner Kurfürstendamm: Immer wieder tödliche Raserunfälle

Es gebe ein sehr deutliches Raserprofil: „Zu 97 Prozent sind Raser junge Männer zwischen 18 und 30, wobei die 21- bis 25-Jährigen die größte Gruppe ausmachen.“ Die Raser kämen aus allen sozialen Schichten, eines hätten sie jedoch gemeinsam: „Sie wollen sich mit dem Glanz des Luxusfahrzeugs umgeben und zeigen, wer sie sind und was sie darstellen. Geltungsbewusstsein und Selbstüberschätzung kommen zusammen, eine fatale Mixtur.“

Bauliche Veränderungen auf bei Rasern beliebten Strecken wie dem Berliner Kurfürstendamm seien keine Lösung. Derartig hochmotorisierte Autos bräuchten zehn oder elf Sekunden, um von 0 auf 200 zu beschleunigen – das seien 250 Meter. Da müsste man die Straße mit Blitzern pflastern. Poller oder Fahrbahnverengungen stellten wiederum eine Hürde für Rettungsfahrzeuge dar, und Raser wichen auf Parallelstraßen aus.

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Der Kurfürstendamm hat immer wieder ein Problem mit Rasern. Im m Februar 2016 wurde ein unbeteiligter Fahrer durch einen Unfall bei einem illegalen Autorennen getötet. Einer der beiden Fahrer wurde wegen Mordes verurteilt, der Zweite wegen versuchten Mordes.

Im Mai dieses Jahres kam es wieder zu einem schweren Raser-Unfall auf der Straße. Ein Auto prallte gegen die Betonbegrenzung in der Mitte der Straße und geriet in Brand. Die Feuerwehr musste zwei eingeklemmte Insassen mit lebensgefährlichen Verbrennungen aus dem Autowrack befreien. Eine 18-Jährige starb. 

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