Es ist nicht mehr lange hin, bis die Olympischen Spiele 2024 in Paris starten. Doch die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) bereitet den Verantwortlichen Sorgen. Eine starke Ausbreitung der Mücke im Raum Paris könnte den Boden für eine Epidemie bereiten, wenn im Sommer vermehrt infizierte Menschen zu den olympischen Spielen reisen, warnen Forscher.
Die Wissenschaftler des Instituts Pasteur fingen für eine Studie Tigermücken in Paris ein und untersuchten, welche Viren diese in sich tragen. Das Ergebnis: Neben Dengue-Fieber transportierten die Mücken auch das West-Nil-Fieber, das Chikungunya-, das Zika- und das Usutu-Virus. Die Studie erschien im Fachmagazin Eurosurveillance.
Asiatische Tigermücke in Berlin auf Vormarsch: Amtsarzt bittet um Mithilfe
Angesichts der Olympischen Spiele, die am 26. Juli in Paris starten, könnten laut den Forschern nun in diesem Sommer vermehrt Infektionsfälle auftreten. Denn wo sich mehr Menschen aufhalten, können auch mehr Viren über die Mücken übertragen werden. Infizierte Besucher könnten diese Erreger unwissentlich zu den Spielen mitbringen und über die Tigermücken in Paris weitergeben.
Bereits jetzt tritt Dengue-Fieber vermehrt in Frankreich auf. In den ersten dreieinhalb Monaten dieses Jahres wurden dort bereits 13-mal mehr Fälle von Dengue-Fieber gemeldet als noch Anfang 2023. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist wegen der Ausbreitung des Dengue-Virus – auch in Europa –, besorgt. Insgesamt habe es 2024 bis Ende April schon Fälle in 90 Ländern gegeben. 7,6 Millionen seien der WHO gemeldet worden, 3,4 Millionen davon bestätigt. In mehr als 16.000 Fällen seien die Menschen schwer erkrankt, 3000 seien gestorben.
Dengue-Fieber: Das sind die Symptome
Symptome von Dengue-Fieber sind hohes Fieber, Gliederschmerzen und Hautausschläge. Viele Menschen zeigen nach einer Ansteckung aber auch keine Symptome oder nur niedriges Fieber. In schweren Fällen kann es aber zu starken Blutungen und Organschäden kommen. Das Auswärtige Amt in Berlin rät zu einer Impfung und schreibt: „Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.“
Die Forscher des Instituts Pasteur um Studienleiterin Anna-Bella Failloux fanden heraus, dass das Ausmaß einer Epidemie wesentlich von der Dauer des Vermehrungszyklus in den Tigermücken abhängt. Am schnellsten vermehrte sich das West-Nil-Virus. Bei 28 Grad, die im Sommer in Paris erreicht werden, dauerte es gerade einmal drei Tage, bevor es durch Mücken auf den Menschen übertragen werden könnte. Bei Chikungunya und dem Usutu-Virus betrug die Inkubationszeit drei bis sieben Tage, bei Dengue- und Zika-Viren zwischen 14 und 21 Tagen.
„Wenn im Großraum Paris ein Fall von Dengue-Fieber festgestellt wird, wissen wir jetzt, dass innerhalb von 21 Tagen eine Desinsektion erforderlich ist“, erklärt Failloux. Die infizierten Mücken müssten dann rechtzeitig getötet werden. „Wir können diese Ergebnisse nutzen, um unseren Zeitrahmen für Maßnahmen anzupassen und unser Vorgehen zu optimieren.“
Die Mücken vermehren sich vor allem in stehenden Gewässern, aber auch in Pfützen und anderen offenen Wasserflächen. Wenn es trocken bleibt, dürfte die Gefahr einer Virusausbreitung und -übertragung gering sein. Bei starkem Regen könnte es jedoch auch in Paris zu einer raschen Ausbreitung der Tigermücke kommen.
Tropenkrankheit: Reisende bringen verstärkt Denguefieber mit nach Berlin
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]