Kolumne

Was passiert, wenn die Fluglinie einfach den Urlaubsflug streicht?

Die Nachricht war die erste des Tages und sorgte bei unserem Autor für reichlich Stress. Denn was am Telefon folgte, war eine Dauersitzung in der Warteschleife.

Jens Blankennagel
Jens Blankennagel
3 Min
Es sollte der erste Flug vom BER sein, doch dann kam eine schlechte Nachricht.

Es sollte der erste Flug vom BER sein, doch dann kam eine schlechte Nachricht.

© imago/Stefan Zeitz

Den Flug hatten wir als Pandemie-Hoffnungsmacher sehr zeitig im Jahr gebucht. Damals steckte die Welt noch in der Corona-Angst fest, damals mussten Urlauber nach der Landung noch zehn Tage in Quarantäne. Aber damals waren Flüge selbst für die Sommerferien billig. Als nun die Absage kam, ging unser erster Blick ins Internet: Nun kosten Flüge mehr als das Doppelte. Sofort vermuteten wir, die Gesellschaft habe den Flug nur gestrichen, damit wir teuer umbuchen müssen.

Es gibt an fast jedem Tag einen Zeitpunkt, der ziemlich entscheidend dafür ist, als was diese 24 Stunden in die ganz persönliche Lebensgeschichte eingehen werden: als wichtig oder unwichtig, als „gebrauchter“ oder als schöner Tag. Ich war an diesem Tag mit dieser Negativnachricht geweckt worden, aber das bedeutete ja nicht, dass nicht trotzdem noch 25 andere Dinge an diesem Tag getan werden mussten. Aber es musste eben bald geregelt werden, sonst verschlimmert sich die Stimmung mit jeder Stunde.

Die nächsten Stunden wurden zum Dauerstress: Natürlich entpuppte sich die Servicenummer als Endlos-Warteschleife. Nach 42 Minuten Säusel-Musik im Ohr dann die Stimme einer freundlichen Französin. Ich erklärte das Problem, und als sie gerade sagte, was möglich ist, brach die Verbindung zusammen. Zweiter Versuch: Die Wartemusik war wirklich sanft, nervte aber trotzdem. Nach 36 Minuten verkündete eine freundliche Automatenstimme, dass alle Mitarbeiter im Gespräch seien und wir später anrufen sollen. Zack, war die Verbindung wieder weg. Beim dritten Versuch dauerte es 32 Minuten, bis endlich jemand am Telefon war.

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Dann ging alles ganz schnell: Innerhalb weniger Minuten buchte uns eine Frau auf neue Flüge um. Wir hatten nun sogar viel bessere Abflugzeiten, und die Flugzeit sollte auch kürzer sein. Das klang alles sehr gut. Nun warteten wir nur noch, welchen Preis die Frau nennen würde. Sie sagte: Alles bleibt beim alten Preis. Damit hatten wir nicht gerechnet. Und so schaffte es dieser Tag also doch noch auf die Positivliste unserer ganz persönlichen Lebensgeschichte . Er hatte zwar nicht wirklich schön begonnen, wurde aber immerhin erfolgreich.

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