Immer mehr US-amerikanische Unternehmen ändern ihre Marketing-Philosophie und machen beim Thema Diversity einen Rückzieher. Nur wenige Tage nachdem der Motorradhersteller Harley-Davidson bekanntgegeben hatte, dass er seine Ziele in Bezug auf Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion (DEI) aufgibt, folgt nun Jack Daniel's mit einer ähnlichen Entscheidung.
Zuvor hatten bereits andere Großunternehmen wie John Deere und Tractor Supply angekündigt, aus den Diversitätsprogrammen auszusteigen. Sie begründeten das vor allem damit, dass der Shitstorm im Internet zu groß wurde und viele konservative Kunden absprangen.
Die Firmen sahen sich offenbar vor allem dem Druck von Robby Starbuck ausgesetzt, einem 35-jährigen konservativen Aktivisten, der bereits mehrfach erfolgreich gegen die DEI-Politik amerikanischer Unternehmen vorgegangen ist. Der ehemalige Musikvideoregisseur mit kubanischen Wurzeln hat mehr als eine halbe Million Follower auf der Onlineplattform X.
Jack Daniel's äußert sich, Robby Starbuck feiert Sieg
Wie aus einer Kopie der Stellungnahme von Jack Daniel's Mutterkonzern Brown-Forman hervorgeht, die Starbuck auf der Onlineplattform X veröffentlichte, werde der Bourbon-Hersteller aus Kentucky die Vergütung von Führungskräften nicht mehr an DEI-Richtlinien koppeln. Diese sollten vor allem Minderheiten bessere Berufschancen in Aussicht stellen. Kritiker der Politik bemängelten, dass dadurch deutlich fähigeren Fachkräften die Zukunft verbaut werde. Zudem erklärte Brown-Forman, Jack Daniel's werde sich nicht mehr an dem jährlichen Ranking von LGBTQ-freundlichen Unternehmen beteiligen und versprach, die Diversitätsregeln für Zulieferer zu kürzen sowie Schulungen zu dem Thema zu beenden.
Die Sprecherin von Jack Daniel's, Elizabeth Conway, erklärte gegenüber der Daily Mail, dass das Unternehmen beschlossen habe, die „Strategie der Vielfalt und Einbeziehung weiterzuentwickeln“. Denn schließlich habe sich auch die Welt weiterentwickelt. „Unser Geschäft hat sich verändert, und die rechtliche und externe Landschaft hat sich dramatisch verändert, insbesondere in den Vereinigten Staaten“, fügte Conway hinzu. Am Donnerstag wurde die Webseite des 6,5-Milliarden-Dollar-Unternehmens zum Thema „Diversity & Inclusion“ bereits vom Netz genommen, hieß es.
Der 35-jährige Aktivist Starbuck, der 2022 auch für das republikanische Repräsentantenhaus in Tennessee kandidierte, feierte die Kehrtwende in den sozialen Medien. Er sagte, er habe „gewonnen“ und bringe „Vernunft zurück in das unternehmerische Amerika“.
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