Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow wird am Donnerstag einen Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen debattieren, der die Förderung der biologischen Vielfalt im Bezirk zum Ziel hat. Konkret soll das Bezirksamt ersucht werden, Pflanzungen und Saaten auf öffentlichen Flächen gezielt auf die Förderung der Biodiversität auszurichten. Zudem soll bei Bebauungsplänen und städtebaulichen Verträgen geprüft werden, wie verbindliche Regelungen, etwa durch Pflanzlisten, für die Förderung der Artenvielfalt eingesetzt werden können.
Im Fokus des Antrags stehen die Nutzung gebietsheimischer und standortgerechter Pflanzen sowie die Umsetzung ökologischer Pflegekonzepte. Grundlage dafür sollen unter anderem die Pflanzlisten der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz sowie die Leitlinien des „Animal Aided Design“ (AAD) sein. Dieses Konzept zielt darauf ab, Wildtiere durch geeignete Gestaltung öffentlicher Grünflächen gezielt zu unterstützen.
Neophyten, also nicht heimische Pflanzenarten, sollen nur in Ausnahmefällen und unter strengen Bedingungen verwendet werden. Sie müssen mit dem Ziel vereinbar sein, Lebensräume für geschützte Arten zu schaffen und die Reproduktion von Insekten sicherzustellen. Invasive Arten, die heimische Pflanzen verdrängen, sollen hingegen nicht mehr gepflanzt werden.
Der Antrag verweist auf die Vorbildfunktion des Bezirks, insbesondere im Hinblick auf den Schutz der biologischen Vielfalt. Pankow hatte bereits die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ unterzeichnet und sich damit verpflichtet, aktiv zur Förderung der Biodiversität beizutragen.
Einige der Empfehlungen, wie die Pflanzlisten der Senatsverwaltung, werden bereits bei Bauvorhaben im Rahmen des sogenannten Biotopflächenfaktors berücksichtigt. Der Antrag der Grünen fordert, diese Standards auch für die Pflege und Gestaltung öffentlicher Flächen einzuhalten.
Die Initiatoren des Antrags, die Bezirksverordneten Almuth Tharan, Christoph Göring und Axel Lüssow (Bündnis 90/Die Grünen), betonen, dass Städte und Gemeinden eine entscheidende Rolle beim Schutz der biologischen Vielfalt spielen. Neben ihrer Funktion als Lebensraum für Pflanzen und Tiere tragen sie auch zur Sensibilisierung der Bevölkerung bei und können ein Vorbild für andere Akteure sein.
Zudem wird darauf hingewiesen, dass gebietsheimische Pflanzen eine essenzielle Grundlage für die heimische Fauna bilden. Sie bieten geeignete Lebensräume für Insekten und Wildtiere, während viele Neophyten diese Funktion nicht erfüllen.
Das Bezirksamt soll auch aufgefordert werden, mögliche Abweichungen vom Konzept, etwa aus Gründen des Denkmalschutzes, zu begründen. Gleichzeitig soll geprüft werden, wie sich durch den Klimawandel neu in Berlin angesiedelte Arten durch gezielte Pflanzungen unterstützen lassen.
Der Antrag sieht vor, dass die Maßnahmen nicht nur die Artenvielfalt fördern, sondern auch langfristig zur Anpassung an den Klimawandel beitragen. Insbesondere soll die Strategie als Teil einer nachhaltigen Stadtentwicklung verstanden werden.
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