Gastbeitrag

Warum sind Neu-Parteien wie die AfD so erfolgreich? Deutschland ist transformationsmüde

Viele politische Programme setzen auf Veränderung: auf grüne Revolutionen und mehr. Viele Deutschen wollen das nicht. Ein Gastbeitrag.

Michael Andrick
Michael Andrick
6 Min
Wahlkampfveranstaltung der Grünen in Berlin: Annalena Baerbock und Robert Habeck.

Wahlkampfveranstaltung der Grünen in Berlin: Annalena Baerbock und Robert Habeck.

© IMAGO/Matthias Gränzdörfer

Im Mittelwert der letzten acht Umfragen zeichnen sich im Vergleich zur Bundestagswahl 2021 massive Verschiebungen ab: Die Ampel-Parteien verlieren in Summe fast 19 Prozent der Stimmen. Die AfD gewinnt rund zehn, die Union rund sechs Prozent und das BSW, das 2021 noch nicht existierte, kann aus dem Stand mit fünf Prozent rechnen. Die „Sonstigen“ erhöhen sich wohl auch deshalb nur um rund ein Prozent gegenüber 2021. Warum diese massive Verschiebung?

Sicher, es gibt die allgemeine Ampel-Enttäuschung und die konkreten Streitfragen des Tages, mit denen man sich das erklären kann: die umkämpfte Migrationspolitik, die schleppende Aufarbeitung der Corona-Periode, die Ukraine-Hilfen und die drückenden Energiepreise inmitten einer weltweit einmaligen „Energiewende“, an der den meisten Bürgern mittlerweile Zweifel gekommen sind. Je nach parteipolitischer Neigung mag man hier dies oder jenes hervorheben, und schon hat man seine Erklärung.

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