Verhandlung am Berliner Landgericht

Prozess um Femizid: Sohn von getöteter Maryam H. nennt Angeklagte „ehrlos“

Ermittlungsrichterin als Zeugin: Sie befragte in Berlin die Kinder des Mordopfers, die ihre Onkel bezichtigen, gewalttätig und kontrollierend gewesen zu sein.

5 Min
Maryam H. musste sterben, weil sie die sogenannte Ehre ihrer archaisch geprägten afghanischen Familie verletzt haben soll.

Maryam H. musste sterben, weil sie die sogenannte Ehre ihrer archaisch geprägten afghanischen Familie verletzt haben soll.

© Twitter

Die Frau hat an diesem Mittwoch die Seiten gewechselt. Nicht sie stellt die Fragen, sie wird gefragt. Als Ermittlungsrichterin hat Judith R. vor fast sechs Monaten die beiden minderjährigen Kinder der ermordeten Maryam H. vernommen. Nila*, das zehnjährige Mädchen, habe auf sie überraschend ruhig gewirkt. „Sie war auffällig gefasst“, sagt die Zeugin. Das Mädchen sei sehr zurückhaltend gewesen. „Sie hatte aber keine Berührungsängste“, so die Ermittlungsrichterin.

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