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Demütigung im Weißen Haus: Trump stellt Südafrikas Präsident vor laufenden Kameras bloß

Bei seinem Besuch im Weißen Haus wird Südafrikas Präsident Ramaphosa von Donald Trump mit Schock-Videos konfrontiert. Doch wie sich später zeigt, stammen die Aufnahmen gar nicht aus Südafrika.

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US-Präsident Donald Trump schüttelt dem südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa im Oval Office des Weißen Hauses in Washington die Hand.

US-Präsident Donald Trump schüttelt dem südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa im Oval Office des Weißen Hauses in Washington die Hand.

© Jim Watson/AFP

US-Präsident Donald Trump hat Südafrikas Präsidenten Cyril Ramaphosa im Weißen Haus empfangen. Beim Treffen im Oval Office ließ Trump überraschend Videoaufnahmen zeigen, um seine „Genozid“-Vorwürfe gegen Südafrika zu untermauern. Trump dimmte sogar das Licht, um Aufnahmen eines linksradikalen Politikers abzuspielen, der ein Lied mit der Textzeile „Kill the Farmer“ sang. Er blätterte außerdem in Zeitungsartikeln, um seinen Standpunkt zu unterstreichen, und sagte, die weißen Farmer des Landes hätten „Tod, Tod, Tod, schrecklichen Tod“ erlebt.

„Hunderte, Tausende Menschen versuchen, in unser Land zu kommen, weil sie Angst haben, getötet zu werden und ihr Land konfisziert zu werden“, sagte der US-Präsident zu Ramaphosa.

Trump spielte zudem Videobilder von angeblichen Grabstätten ab, in denen über tausend gewaltsam getötete weiße Farmer begraben worden seien. „Es ist ein schrecklicher Anblick – so etwas habe ich noch nie gesehen“, so der US-Präsident.

Südafrikas Präsident entgegnete mit Blick auf die angeblichen Gräber: „Hat man Ihnen gesagt, wo das ist, Herr Präsident? Ich würde gerne wissen, wo das ist, denn das habe ich noch nie gesehen.“ Er werde dem nachgehen, versprach der südafrikanische Präsident. Tatsächlich stammen die Aufnahmen allerdings aus Goma in der Demokratischen Republik Kongo, wie ein Faktencheck der Nachrichtenagentur AFP ergab.

Ramaphosa bietet Trump Zugang zu südafrikanischen Rohstoffen an

Ramaphosa wirkte vorbereitet und bemühte sich wiederholt, die Lage zu entspannen. Er betonte, wenn es Probleme gebe, müsse man unter Partnern darüber reden. Er sei bereit, über alles zu reden - ohne das Beisein von Reportern. Der südafrikanische Präsident versuchte auch mehrfach, Trump zu schmeicheln und ihn mit politischen Angeboten - etwa dem Zugang zu südafrikanischen Rohstoffen - milder zu stimmen. Er dankte Trump für die Lieferung von Beatmungsgeräten an Südafrika während der Corona-Pandemie, schenkte ihm ein 14 Kilogramm schweres Buch mit Bildern südafrikanischer Golfplätze und hatte die Profi-Golfspieler Ernie Els und Retief Goosen mit ins Weiße Haus gebracht.  Er sagte, er habe auf Trumps Vorschlag hin auch mit dem Golftraining begonnen. Trump ist ein leidenschaftlicher Golfspieler.

Trumps Auftritt vor zahlreichen Reportern erinnerte an den Empfang des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus Ende Februar. Damals kam es zum Eklat, weil Trump und Vizepräsident J.D. Vance Selenskyj mangelnden Respekt und Dankbarkeit vorwarfen. Die Begegnung gipfelte im Rauswurf des ukrainischen Präsidenten aus dem Weißen Haus.

Der südafrikanische Präsident rief Trump zu einem „Neubeginn“ in den Beziehungen beider Länder auf. Seine Regierung fürchtet, dass die hohe Arbeitslosigkeit in Südafrika durch Trumps Zollpolitik weiter steigt. Ramaphosa ist der erste afrikanische Politiker, den der US-Präsident in seiner zweiten Amtszeit einlud. Die Beziehungen waren zuletzt sehr angespannt, nachdem Trump der südafrikanischen Regierung vorgeworfen hatte, einen „Völkermord“ an den weißen Farmern zuzulassen. Dabei bezog er sich auf Gesetz zur Landenteignung, das im Januar von Ramaphosa unterzeichnet wurde. Es sieht vor, dass die Regierung nach staatlichen Enteignungen unter bestimmten Umständen keine Entschädigungszahlungen leisten muss.

Südafrika wies die Vorwürfe entschieden zurück, und Ramaphosa drängte auf das Treffen mit Trump, um die Beziehungen seines Landes zu den Vereinigten Staaten zu retten, die sich auf dem Tiefpunkt seit dem Ende des Apartheidsystems der Rassentrennung 1994 befinden.

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USA nehmen weiße Südafrikaner als „Flüchtlinge“ auf

Die US-Regierung nahm daraufhin weiße Südafrikaner als „Flüchtlinge“ auf. Die Kritik aus Südafrika folgte prompt. Der Sprecher von Ramaphosa sagte, es gebe keine Südafrikaner, die als Flüchtlinge gelten könnten. Das Problem der Kriminalität betreffe alle Bevölkerungsgruppen. Die Regierung sei entsetzt darüber, dass das US-Programm einzig politisch motiviert sei. Berichten zufolge besitzen weiße Südafrikaner – die rund sieben Prozent der Bevölkerung stellen – weiterhin rund 70 Prozent des Agrarlandes und sind in weitaus geringerem Maße von Armut betroffen als andere Ethnien im Land.

Trump hatte vor dem Treffen gesagt, sie würden heute viele Themen besprechen - darunter auch das G20-Treffen, das erstmals in Südafrika stattfinden soll, bevor die USA im nächsten Jahr die Führung der Gruppe übernehmen. Vor einer Woche hieß es Berichten zufolge, dass die USA den G20-Gipfel boykottieren wollen. Laut Informationen der Washington Post habe der Nationale Sicherheitsrat des Weißen Hauses die US-Bundesbehörden angewiesen, die Vorbereitungen für den G20-Gipfel in Johannesburg auszusetzen. (mit dpa und AFP)

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