Brandenburgs Innenminister Jan Redmann (CDU) hat angesichts einer Häufung von Rinder-Diebstählen verstärkte Kontrollen angekündigt. Bei einem Treffen mit Landwirten in einem betroffenen Agrarbetrieb in Herzberg (Elster) sagte Redmann, die Polizei werde vor allem nachts und am frühen Morgen Viehtransporte überprüfen, „um künftige Diebstähle dieser Größenordnung möglicherweise auf frischer Tat auch aufklären zu können“. Mit der polnischen Polizei gebe es einen Austausch, um in der Grenzregion Transporte in den Blick zu nehmen.
Möglicherweise habe sich eine Tätergruppe in Osteuropa oder außerhalb der EU auf solche Taten spezialisiert, sagte Redmann. Seit März seien in vier Fällen, überwiegend im südlichen Brandenburg, insgesamt 233 Rinder von Weiden und aus Ställen gestohlen worden. Für einzelne Betriebe sei dies existenzgefährdend. Die Polizei richtete laut Polizeipräsident Oliver Stepien die Ermittlungsgruppe „Weide“ ein. Eine ähnliche Serie hatte es bereits vor rund zehn Jahren gegeben.
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Landwirte schildern Belastung
Der Vorstand der Agrargenossenschaft Gräfendorf, Olaf Kupfer, sagte, sein Betrieb mit 2100 Rindern habe 71 wertvolle Zuchttiere verloren. „Man hat im Prinzip immer mehr Angst jetzt“, sagte Kupfer. Die Täter seien vermutlich nachts mit einem Sattelschlepper zum Stall gekommen und hätten sich genau ausgekannt. Landwirt Volker Naschke aus Vetschau sprach von einer finanziellen wie emotionalen Belastung.
Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) geht davon aus, dass die gestohlenen Tiere zur Zucht weiterverwendet werden oder in die Schlachtung gehen. Sie halte es zudem für denkbar, dass Kriminelle per Schadsoftware in Rinder-Datenbanken eindringen, um Halter und Standorte auszukundschaften.
Hinweise aus der Bevölkerung erwünscht
Bauernpräsident Henrik Wendorff sagte, die Täter müssten mit Rindern umgehen können. Möglicherweise seien zuvor per Drohne Aufnahmen von Herden gemacht worden. Die Sprecherin des Polizeipräsidiums, Beate Kardels, verwies auf schwierige Ermittlungen im ländlichen Raum. Auch Fälle aus anderen Bundesländern sollen abgefragt werden. Die Polizei berät betroffene Betriebe zudem über technische Schutzmaßnahmen wie Lichtschranken oder Kameras. Redmann betonte: „Es ist unmöglich, jede Koppel in Brandenburg mit einem Streifenwagen zu versehen.“ (mit dpa)
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