Was für ein überwältigendes Gefühl von Freiheit überschwemmte die Sechzehnjährige: Zum ersten Mal im Leben würde sie vier Wochen unbeaufsichtigt – ohne Eltern, Lehrer, Betreuer – in einem Ort Hunderte Kilometer fern von zu Hause sein. Drei Wochen Ferienjob, nicht in einer der toxischen Anlagen des Chemiekombinats Bitterfeld oder beim Schuhkartonstapeln in einem HO-Ladenkeller, sondern an der Ostsee, in Bansin. Als Servier- und Hilfskraft für alles, was anfiel im weithin bekannten FDGB-Ferienheim Josef Orlopp, gleich an der Strandpromenade, das erste Haus am Platze. Die zugewiesene Unterkunft im Zweibettzimmer einer Baracke lag nahebei in einem Wäldchen. Wie aufregend.
Geschichten aus dem Osten
Sommer in der DDR: Wie der FDGB-Feriendienst das Volk halbglücklich machte
Zwei Wochen Binz-Urlaub, Zimmer, Vollverpflegung für 380 Mark – wie war das möglich? Erinnerungen an schöne Tage als Kind oder Saisonhilfe. Und was daran nicht stimmte.
Maritta Adam-Tkalec
Maritta Tkalec
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Sommerurlaub an der Ostsee 1960: Ein Strandkorb gehörte dazu.
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