Geschichten aus dem Osten

Sommer in der DDR: Wie der FDGB-Feriendienst das Volk halbglücklich machte

Zwei Wochen Binz-Urlaub, Zimmer, Vollverpflegung für 380 Mark – wie war das möglich? Erinnerungen an schöne Tage als Kind oder Saisonhilfe. Und was daran nicht stimmte.

Maritta Adam-Tkalec Maritta Tkalec
9 Min
Sommerurlaub an der Ostsee 1960: Ein Strandkorb gehörte dazu.

Sommerurlaub an der Ostsee 1960: Ein Strandkorb gehörte dazu.

© imago

Was für ein überwältigendes Gefühl von Freiheit überschwemmte die Sechzehnjährige: Zum ersten Mal im Leben würde sie vier Wochen unbeaufsichtigt – ohne Eltern, Lehrer, Betreuer – in einem Ort Hunderte Kilometer fern von zu Hause sein. Drei Wochen Ferienjob, nicht in einer der toxischen Anlagen des Chemiekombinats Bitterfeld oder beim Schuhkartonstapeln in einem HO-Ladenkeller, sondern an der Ostsee, in Bansin. Als Servier- und Hilfskraft für alles, was anfiel im weithin bekannten FDGB-Ferienheim Josef Orlopp, gleich an der Strandpromenade, das erste Haus am Platze. Die zugewiesene Unterkunft im Zweibettzimmer einer Baracke lag nahebei in einem Wäldchen. Wie aufregend.

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