So viele Menschen haben den Bahnhof Blumenthal (Mark) schon lange nicht mehr frequentiert, und Sekt wurde dort wohl noch nie ausgeschenkt. Am Dienstag gab es in der kleinen Station mit dem Fachwerk-Wasserturm im Nordwesten Brandenburgs, rund 120 Kilometer vom Berliner Hauptbahnhof entfernt, etwas zu feiern. Kaum zu glauben: Die Bahnstrecke, an der Blumenthal liegt, wurde in Rekordgeschwindigkeit saniert, ohne dabei das Budget zu überschreiten. Im „Prignitz-Tempo“, wie Ralf Böhme, Chef der Regio Infra Nord-Ost, stolz sagt. Jetzt hofft er, dass die nächsten Etappen seines Plans ebenfalls gelingen – und die Strecke auch für Berliner wichtig wird.
Nicht mehr lange, dann ist es so weit. Wenn die Trasse zwischen Berlin-Spandau und Hamburg am 1. August für neun Monate lang wegen einer Generalsanierung gesperrt wird, hängt die Deutsche Bahn (DB) eine ganze Region vom Zugverkehr ab. Busse ersetzen alle Regional- und Fernzüge, Reisende müssen umsteigen und sind länger unterwegs. „Ich habe noch Glück, meine Reisezeit verlängert sich nur um 20 Minuten“, sagt eine Berlinerin, die im Zug nach Kyritz sitzt. „Aber ich kenne Arbeitnehmer, die sich eine andere Stelle suchen mussten, weil die Busfahrt zu lange dauert.“ Die Reise von Wittenberge nach Berlin dauert bis Ende April 2026 mehr als drei Stunden – pro Weg.
Verkehr
Sanierung im Prignitz-Tempo: Was dieses Bahnprojekt für Berlin bedeutet
Kaum zu glauben: Eine Strecke in Brandenburg wurde in nur vier Monaten modernisiert. Die Region hat große Pläne – von denen auch Berliner profitieren.
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Startklar: Ein Dieseltriebwagen der Hanseatischen Eisenbahn nach Kyritz wartet in Neustadt (Dosse). Bis zu viermal am Tag fährt die RB73 weiter nach Blumenthal (Mark) und Pritzwalk.
© Peter Neumann/Berliner Zeitung
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