Nahostkonflikt

Berichte: Fünf Journalisten durch israelischen Angriff im Gazastreifen getötet

Der bekannte Al-Dschasira-Reporter Anas al-Sharif starb mit vier Kollegen bei einem Luftschlag in Gaza. Israel wirft ihm Hamas-Mitgliedschaft vor, der Sender spricht von gezielter Tötung.

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Al-Dschasira-Korrespondent Anas al-Sharif berichtet am 10. Oktober 2024 in der Nähe des Arab-Ahli-Krankenhauses (Baptistenkrankenhaus) in Gaza-Stadt.

Al-Dschasira-Korrespondent Anas al-Sharif berichtet am 10. Oktober 2024 in der Nähe des Arab-Ahli-Krankenhauses (Baptistenkrankenhaus) in Gaza-Stadt.

© AFP

Der prominente Al-Dschasira-Korrespondent Anas al-Sharif ist am Sonntagabend zusammen mit vier Kollegen bei einem israelischen Luftangriff in Gaza-Stadt getötet worden. Die Journalisten hielten sich nach Angaben des Senders in einem Zelt für Reporter vor dem Al-Schifa-Krankenhaus auf. Insgesamt kamen bei dem Angriff sieben Menschen ums Leben.

Die israelische Armee (IDF) bestätigte den gezielten Angriff und bezeichnete al-Sharif als ranghohes Mitglied einer Hamas-Terrorzelle, das Raketenangriffe gegen israelische Zivilisten koordiniert habe. Als Belege veröffentlichte die IDF unter anderem angebliche Gehaltslisten und Trainingsunterlagen. Al-Dschasira und Journalistenverbände wiesen die Vorwürfe zurück und sprachen von einer gezielten Tötung wegen seiner Frontberichterstattung. UN-Vertreter und Organisationen wie das Committee to Protect Journalists (CPJ) hatten zuvor vor Gefahren für sein Leben gewarnt und kritisierten die Tötung scharf.

Einen „bekannten arabischen Korrespondenten“ getötet

Al-Dschasira bezeichnete den 28-jährigen al-Sharif dagegen als „bekannten arabischen Korrespondenten“, der ausführlich aus dem Norden des Gazastreifens für den Sender berichtet habe. Neben al-Sharif seien dabei auch der Al-Dschasira-Korrespondent Mohammed Qreiqea und die Kameramänner Ibrahim Saher, Moamen Aliwa und Mohammed Noufal getötet worden.

Al-Sharif, einer der bekanntesten Reporter des Senders im Gazastreifen, hatte kurz vor dem Angriff noch auf X von massiven Bombardements in der Stadt berichtet. In einem zuvor verfassten Beitrag schrieb er, er habe „nie gezögert, die Wahrheit zu vermitteln, ohne Verzerrung oder Fälschung“. Er hinterlässt seine Frau, zwei kleine Kinder und verlor bereits im Dezember 2023 seinen Vater durch einen israelischen Angriff.

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Seit Beginn des Gaza-Krieges am 7. Oktober 2023 sind nach Angaben der Behörden in Gaza über 230 Journalisten getötet worden. Israel bestreitet, Medienvertreter gezielt ins Visier zu nehmen. (mit AFP)

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