Das Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) hat als erstes angekündigt, bei der Auswertung von Straftätern auch Nationalitäten zu erfassen. Wie die Rheinische Post berichtete, werden zukünftig auch Mehrfachstaatsangehörigkeiten von ermittelten Tatverdächtigen und Opfern in der jährlichen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfasst.
Somit werden in NRW zukünftig alle deutschen Straftäter nicht mehr nur nach einer Nationalität – in dem Fall ihrer Deutschen – in der Kriminalstatistik geführt, sondern auch nach ihrer zweiten Nationalität. Bisher war es so, dass beispielsweise deutsch-türkische oder deutsch-griechische Straftäter in der Statistik nur als deutsch aufgeführt wurden.
NRW will zukünftig auch zweite Staatsangehörigkeit erfassen
Ausländische Tatverdächtige ohne deutsche Staatsangehörigkeit sollen auch weiter ausschließlich als ausländische Tatverdächtige geführt werden. „Die Statistik der deutschen Straftäter bleibt auch bestehen, aber nun mit dem entscheidenden Zusatz des Anteils der Tatverdächtigen mit einer doppelten oder mehrfachen Staatszugehörigkeit“, so das Landesinnenministerium gegenüber der Rheinischen Post.
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Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte dazu: „Wenn wir nicht alle Staatsangehörigkeiten erfassen, tappen wir im Dunkeln. Wer die Realität sehen will, muss sie auch messen.“ Mit der neuen Erfassung werde Transparenz geschaffen.
Die neue PKS für das vergangene Jahr wurde bereits auf die neuen Richtlinien hin ausgewertet. Demnach ist darin nahezu jeder zehnte Tatverdächtige mit einer zweiten Staatsangehörigkeit registriert (52.614), und jeder sechste Tatverdächtige mit deutscher Staatsangehörigkeit wurde mit einer zweiten Staatsangehörigkeit erfasst (49.825).
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