Die Nato bereitet derzeit offenbar eine „defensive militärische Reaktion“ auf den Drohnen-Vorfall in Polen vor, um die Abschreckung an der Ostflanke des Bündnisses zu stärken. Das geht aus einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg hervor.
Militärisch werde die Aktion demnach vom Kommandeur des United States European Command, Alexus Grynkewich, koordiniert, der für die Planung und Durchführung aller Operationen des Militärbündnisses verantwortlich ist. Sein Kommando bewerte derzeit die Lage und prüfe, ob und welche Hilfsgüter benötigt würden, so die Quelle. Die Nato sei ein Verteidigungsbündnis und jede Reaktion würde sich auf die Stärkung ihrer Abschreckungsposition konzentrieren.
Nato-Chef Rutte sieht „rücksichtsloses Verhalten“ Russlands
Es werde auch noch eine politische Antwort geben, kündigte die Bloomberg-Quelle zudem an. Eine erste Reaktion erfolgte bereits am Mittwoch, als Generalsekretär Mark Rutte und andere Staats- und Regierungschefs des Bündnisses das „rücksichtslose Verhalten“ Russlands verurteilten.
Die Regierung in Warschau rief nach dem Eindringen der Drohnen in seinen Luftraum die Verbündeten in der Nato nach Artikel vier des Nato-Statuts bereits zu Beratungen zusammen. In vielen Telefonaten und Konferenzschaltungen versuchte Polen Unterstützung zu mobilisieren. Am Donnerstag bat Polen seine Verbündeten um zusätzliche Luftabwehrsysteme und Drohnenabwehrtechnik, um sich besser gegen russische Übergriffe schützen zu können.
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Warschau sieht „gezielte Provokation“ – Moskau betont: „Keine Absicht“
In der Nacht zum Mittwoch waren mindestens 19 russische Drohnen teils hunderte Kilometer weit in den Luftraum des EU- und Nato-Lands Polen eingedrungen. Mindestens drei von ihnen wurden abgefangen. Warschau und andere Nato-Länder, darunter auch Deutschland, verurteilten die Vorfälle als „gezielte Provokation“ gegen das gesamte westliche Militärbündnis.
Das russische Verteidigungsministerium hatte am Mittwoch versichert, dass „es keine Absicht gab, Ziele auf polnischem Gebiet anzugreifen“. Moskau äußerte sich aber nicht dazu, ob der polnische Luftraum absichtlich verletzt wurde. (mit AFP)
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