Der Vater des Tech-Milliardärs Elon Musk, Errol Musk, sieht sich laut Recherchen der New York Times mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert. Demnach werfen ihm mehrere Familienmitglieder seit den 1990er-Jahren sexuellen Missbrauch vor. Zu den Opfern gehören demnach insgesamt fünf Kinder und Stiefkinder. Drei polizeiliche Ermittlungen wurden eingeleitet, zu Verurteilungen kam es jedoch nicht. Errol Musk, 79, bestreitet die Anschuldigungen.
„Völlig normal“: Errol Musk rechtfertigte Beziehung zu Stieftochter
Die Vorwürfe reichen laut New York Times bis ins Jahr 1993 zurück. Zu diesem Zeitpunkt habe die damals vierjährige Stieftochter Jana Bezuidenhout ihrer Tante berichtet, Errol Musk habe sie unsittlich berührt. Jahrzehnte später begann Errol Musk eine Beziehung mit ihr. Aus dieser Verbindung ging mindestens ein gemeinsames Kind hervor. Schon 2022 erklärte Errol Musk in einem Interview mit der australischen Radiosendung „The Kyle and Jackie O Show“, diese Beziehung sei „völlig normal“. In demselben Gespräch sagte er zudem, „der einzige Grund, weshalb wir auf der Erde sind, ist die Fortpflanzung“. Die Äußerungen sorgten international für Empörung.
In den folgenden Jahren kamen der New York Times zufolge weitere Anschuldigungen hinzu. Einige Familienmitglieder warfen Errol Musk demnach vor, zwei seiner Töchter und einen Stiefsohn missbraucht zu haben. Noch 2023 leitete die Polizei nach Angaben von Angehörigen sowie einer Sozialarbeiterin Ermittlungen ein, nachdem Errol Musks fünfjähriger Sohn selbst ausgesagt hatte, sein Vater habe ihn unsittlich berührt. Der Fall wurde wegen mangelnder Beweise eingestellt.
Elon Musk versuchte laut New York Times, Familienangehörige von seinem Vater fernzuhalten.
© Matt Rourke/AP
„Fast jede böse Tat“: Elon Musk über seinen Vater
Die familiären Auseinandersetzungen belasten auch das Verhältnis zwischen Elon Musk und seinem Vater. Der Tesla- und SpaceX-Chef habe nach Darstellung von Angehörigen und Dokumenten, die der Zeitung vorliegen, wiederholt versucht, Familienmitglieder finanziell zu unterstützen und sie von Errol Musk fernzuhalten. In einer Biografie von Walter Isaacson aus dem Jahr 2023 erklärte Elon Musk, er habe keinen Kontakt mehr zu seinem Vater. Bereits 2017 hatte er im Magazin Rolling Stone gesagt, dieser habe „fast jede böse Tat begangen, die man sich vorstellen kann“.
Errol Musk weist die Vorwürfe zurück. Gegenüber der New York Times sprach er von „falschen Behauptungen“, die aus seiner Sicht von Angehörigen erfunden worden seien, um Geld von seinem berühmten Sohn zu erpressen.
Spekulationen über psychische Erkrankung
Immer wieder äußerte sich Errol Musk auch zum Privatleben seines Sohnes. Nach einem öffentlichen Streit zwischen Elon Musk und Donald Trump vermutete er, Elon leide an einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) durch das Weiße Haus. Diese Einschätzung gab er nach einem Auftritt auf einem kremlnahen Forum in Moskau ab. Sein Sohn habe einen Fehler gemacht, indem er Trump öffentlich herausgefordert habe, sagte Musk damals.
Die New York Times wertete nach eigenen Angaben mehr als 50 E-Mails, Briefe und Polizeidokumente aus Südafrika und Kalifornien aus und führte Gespräche mit Familienmitgliedern, Sozialarbeitern und Personen aus dem Umfeld der Familie. Elon Musk und sein Anwaltsteam äußerten sich auf Anfrage der Zeitung nicht.
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Vater von Musk: Elon hat posttraumatische Belastungsstörung nach Arbeit für Trump
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