Justiz

US-Handelsminister: Epstein erpresste Prominente mit brisanten Aufnahmen

US-Minister Howard Lutnick behauptet, Jeffrey Epstein habe Prominente in Massageräumen gefilmt und erpresst. „Es muss einen Deal gegeben haben“, sagte er über Epsteins milde Strafe von 2008.

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US-Handelsminister Howard Lutnick

US-Handelsminister Howard Lutnick

© Jacquelyn Martin/AP/dpa

US-Handelsminister Howard Lutnick hat im Zusammenhang mit dem Fall Jeffrey Epstein von möglicher Erpressung durch den verstorbenen Sexualstraftäter gesprochen. In einem Interview mit der New York Post-Kolumnistin Miranda Devine für den Podcast „Pod Force One“ sagte Lutnick, er glaube, dass prominente Bekannte Epsteins nicht nur von dessen Verhalten wussten, sondern „teilgenommen“ hätten. „Das war sein Modus Operandi – ‚Massage, Massage‘“, erklärte Lutnick. „Und was in diesen Massageräumen passierte, nehme ich an, wurde aufgenommen. Dieser Mann war der größte Erpresser überhaupt.“

Der Minister, der früher in Epsteins Nachbarschaft wohnte, spekulierte, die mutmaßlichen Aufnahmen könnten bei dem umstrittenen Deal von 2008 eine Rolle gespielt haben. Damals hatte Epstein trotz vielfacher Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger nur eine 18-monatige Haftstrafe erhalten, von der er Teile tagsüber außerhalb der Haftanstalt verbringen durfte. „Es muss einen Deal gegeben haben“, sagte Lutnick.

FBI und Opferanwalt widersprechen Lutnick

Die Aussagen stehen im Widerspruch zu FBI-Direktor Kash Patel, der im vergangenen Monat im Kongress erklärte, es gebe „keine glaubwürdigen Informationen“, dass Epstein Frauen an andere Männer vermittelt habe. „Wenn es sie gäbe, würde ich sofort ein Verfahren eröffnen“, sagte Patel. Auch der langjährige Opferanwalt Brad Edwards widersprach Lutnick. Epstein sei „sein eigener Zuhälter und Kunde“ gewesen, so Edwards gegenüber ABC News. „Die meisten Taten dienten ausschließlich Epstein selbst.“ Nur in seltenen Fällen habe es Überschneidungen mit anderen Männern gegeben - meist mit Frauen über 18 Jahren.

Epsteins frühere Begleiterin Ghislaine Maxwell war 2021 wegen Kindesmissbrauchs und Menschenhandels verurteilt worden. Sie gilt bislang als einzige enge Vertraute, die juristisch belangt wurde.

Keine weiteren Epstein-Akten: Trump spricht von „riesigem Schwindel“

Die Trump-Regierung sieht sich derzeit Kritik ausgesetzt, weil sie beschlossen hat, keine weiteren Akten aus den Ermittlungen zu Epstein zu veröffentlichen. Präsident Donald Trump, der in den 1990er-Jahren mit Epstein befreundet war, später jedoch den Kontakt abbrach, wies die Forderungen nach weiteren Enthüllungen zurück. Bereits im Juli sprach er von einer Lüge, die politische Gegner betrieben würden. Einige Tage zuvor hatte er die Debatte um die geheim gehaltenen Akten als „Demokraten-Schwindel“ und „irrelevant“ bezeichnet. „Sie wollen, dass die Leute über etwas reden, das völlig unwichtig ist im Vergleich zu den Erfolgen, die wir seit meiner Präsidentschaft erzielt haben“, sagte Trump am vergangenen Mittwoch im Oval Office.

Epstein war 2019 wegen Menschenhandels und sexuellen Missbrauchs Minderjähriger angeklagt worden. Einen Monat nach seiner Festnahme wurde er tot in seiner Zelle gefunden; offiziell gilt sein Tod als Suizid. Doch daran gibt es weiterhin Zweifel.

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