Noch ist die Lage in Berlin relativ entspannt: Acht Fälle von Influenza wurden in der vergangenen Woche offiziell gemeldet, dazu 149 Fälle von Covid-19 sowie drei RSV-Fälle. Doch nimmt man die Lage in Australien als Maßstab, wo Virusinfektionen zwischen Anfang Juni und Ende August Konjunktur haben – die Situation dort gilt als Indikator für die Wintermonate hierzulande –, ist auch in diesem Jahr in der Hauptstadt mit einer ausgeprägten Grippewelle zu rechnen.
Mit Beginn der Grippesaison beginnt die Impfsaison, inzwischen zum dritten Mal auch in Berlin mit einer „Langen Nacht des Impfens“ am 8. Oktober. Bis 22 Uhr beteiligen sich Apotheken in nahezu allen Bezirken an der Aktion, dazu auch Arztpraxen und einige Betriebsärzte. Insgesamt 370 Partner machen mit. Sie sind auf einer Übersichtskarte verzeichnet.
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„Gerade in der kälteren Jahreszeit ist der Schutz vor Atemwegserkrankungen besonders wichtig“, sagt Berlins Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD). „Ich appelliere an alle Berlinerinnen und Berliner, die vorhandenen Impfangebote wahrzunehmen – zum eigenen Schutz und zum Schutz anderer Menschen.“ Insbesondere älteren Menschen und Patienten mit chronischen Krankheiten wird eine Immunisierung empfohlen, gegen Influenza gemäß Ständiger Impfkommission (Stiko) beim Robert-Koch-Institut (RKI) sogar einmal jährlich.
Doch gerade in diesen Personengruppen verzichten viele auf den Grippeschutz. Laut RKI sind nur 38 Prozent der über 60-Jährigen und 31 Prozent der Erwachsenen mit einer Grunderkrankung gegen Influenza geimpft. Bei Corona sind insgesamt mehr als 64 Prozent grundimmunisiert.
Apotheken dürfen seit Februar 2022 impfen
Seit Februar 2022 sind Apotheken berechtigt zu impfen, und zwar Personen ab dem 18. Lebensjahr gegen Grippe und über Zwölfjährige gegen das Coronavirus, wie der Dachverband ABDA mitteilt. Die Apothekerkammer Berlin weist darauf hin, dass die dafür zugelassenen Apotheker unter anderem eine entsprechende Schulung erfolgreich abgeschlossen haben.
Impfen lassen kann man sich natürlich auch zu einem späteren Zeitpunkt, in Apotheken, in Hausarzt- und Facharztpraxen oder durch einen Betriebsarzt. Das RKI empfiehlt, sich die Spritze gegen Influenza zwischen Oktober und Mitte Dezember geben zu lassen.
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