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Auch Klimawandel und Überdüngung Ursache für Dorschsterben

Der Bestand an Dorschen in der Ostsee geht seit Jahren stetig zurück. Liegt das allein an der Überfischung? Der NDR hat monatelang ein Forscherteam begleitet und zeigt jetzt seine Ergebnisse in einer Doku.

dpa
2 Min
ARCHIV - Ein Dorsch, auch Kabeljau genannt, schwimmt im Aquarium des Geomar-Instituts in Kiel.

ARCHIV - Ein Dorsch, auch Kabeljau genannt, schwimmt im Aquarium des Geomar-Instituts in Kiel.

© Axel Heimken/dpa

Das haben Wissenschaftler des Thünen-Instituts für Ostseefischerei mit neuen Untersuchungen bestätigt, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Sonntag mitteilte. Der NDR hat die Forschung für die Studie über mehrere Monate begleitet, zu sehen in der Dokumentation „45min - Schöne, tote Ostsee. Das Dorschsterben und die Folgen“, die am Montag (22.00 Uhr) im NDR Fernsehen gezeigt wird.

„Wir waren sehr überrascht, dass sich während der Sommermonate sauerstoffarmes Wasser vom Grund der Ostsee bis weit in die höheren Schichten ausbreitet“, sagt Uwe Krumme vom Thünen-Institut. „Dort trifft es direkt auf die stark erwärmten Wasserschichten. Wo das passiert, ist kein Habitat mehr für Dorsche“ - also kein Raum mehr, in dem diese Fische überleben können. Die neuen Daten seien „äußerst beunruhigend“. Das Thünen-Institut will die endgültigen Ergebnisse der Untersuchung im kommenden Jahr veröffentlichen.

Jahrzehntelang war der Dorsch für die Fischereibetriebe der westlichen Ostsee eine zentrale Einkommensquelle. Doch vor zwei Jahren sei der Bestand zusammengebrochen. Durch den Klimawandel werde die Ostsee an der Oberfläche immer wärmer. Und am Meeresgrund breiten sich tote, sauerstoffarme Zonen aus. Diese entstehen laut der Studie durch Überdüngung in der küstennahen Landwirtschaft, der Dünger gelange über Bäche und Flüsse in die Ostsee. Dort komme es zu überschüssigem Algenwachstum. Die Algen wiederum sinken zu Boden und werden von Bakterien zersetzt, die den Sauerstoff im Wasser verbrauchen.

Zehn Monate lang hat das Institut in einem fünf Quadratkilometer großen Forschungsfeld in der Mecklenburger Bucht Umweltdaten wie Sauerstoff- und Salzgehalt sowie die Temperatur des Wassers aufgezeichnet. Dazu hatten die Forschenden insgesamt 30 Messstationen am Meeresgrund verankert. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Ostseeforschung.

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