44 Label Group: T-Shirts, Techno, Tinnitus
Jeff Goldblum und Kyle MacLachlan sind die Prada-Stars
Neben dem humorvollen Musterspiel, was ja ein Markenzeichen von Prada ist, gab es aber noch etwas anderes Signifikantes zu sehen: Der Anzug, der sich an den Körper des Mannes schmiegt, wenn auch mit elegantem Spiel und kleinen, raffinierten Twists. So sieht man zum Teil sehr kurze Hosenbeine, lange Abnäher im Hüftbereich oder eine verdeckte Knopfleiste. Damit erfüllen Miuccia Prada und Raf Simons den Wunsch nach einer neuen Eleganz. Denn was eine Zeit lang in der Mode aufregend und mutig war, nämlich das Territorium des Körpers zu erweitern – das hat man sich inzwischen ein wenig übergeschaut. Laufende Schränke, stapfende Kugeln, maskiert und hinter Sonnenbrillen versteckt … nein, es reicht jetzt erstmal damit.
Anzug, Karo-Mantel und Jeans-Look: Miuccia Prada und Raf Simons haben am Sonntag eine schmal geschnittene Menswear-Kollektion gezeigt, die den Mann mit dynamischer Eleganz und Raffinesse schmückt. Bitte, deutsche Männer, schaut euch das an.
© Monica Feudi/Prada
Und so wird es zum Glück bei Prada wieder eng – mit wunderbar schmalen, knabenhaften Silhouetten. Von Spießigkeit kann dennoch nicht die Rede sein: Zur Hose gibt es Cowboy-Chelseaboots mit gen Himmel zeigender Schuhspitze, dazu schwarze Socken. Viel Echtleder, in Form von Shorts, Oberteilen, Jacken und großen Shopper-Taschen. Letzteres mag eine Gegenbewegung zum Minibag-Trend sein. Und auch die Jeans ist bei Prada zurück, besonders weich und schön, versteht sich. Und die Logos? Sie sind nicht mehr ganz so dominant, dennoch bleiben sie sichtbar, was vollkommen okay ist, denn: Das PRADA-Logo ist eins der schönsten. So tanzt es zart auf dem Schlüsselbein oder als Dreieck zwischen den Schulterblättern, modern mit dem Stoff verschmelzend.
We were here: Fotos vor der Foto-Wall in der Fondazione Prada.
© Sabine Roethig
Die stille Wucht von Prada war diesmal ganz besonders spürbar. Vielleicht auch, weil die gänzlich aus Papier gestaltete Kulisse von Rem Koolhaas und seinem Büro OMA in der Fondazione Prada die Geradlinigkeit der neuen Looks unterstrich. Ein großes Haus aus Papier war es, in dem wir saßen. Das Material soll nach dem Abbau Studenten zur Verfügung gestellt werden.
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