Seine Anrufe haben einen Großeinsatz ausgelöst. In der Nacht zu Freitag hatte sich der 24-jährige Dennis L. aus der Emser Straße in Neukölln unter 110 gemeldet und gesagt, dass er zwei Geiseln in seiner Gewalt habe. Er drohte, diese zu erschießen und sich dann das Leben zu nehmen. Als Dennis L. ein weiteres Mal anrief, um zu drohen, brachten ihn die Beamten in der Leitstelle dazu, nicht aufzulegen. Erst sprach er von zwei, dann von drei Geiseln. Die Anrufe wurden zurückverfolgt. Schnell stand fest, der Mann rief aus einer Wohnung an der Karl-Marx-Straße an. Sie gehört der 48-jährigen Susanne S. Kurz darauf stellte sich heraus, dass sie die Ex-Freundin von Dennis L. ist. Die Verhandler des Landeskriminalamtes wurden informiert. Das Spezialeinsatzkommando (SEK) machte sich auf den Weg. Die Feuerwehr schickte einen Notarztwagen zu dem Haus. Gleichzeitig versuchten Fahnder Angehörige des Mannes zu erreichen. "Wir benötigen in solchen Fällen so viele Informationen wie möglich über den Täter", sagte ein Ermittler, das sei wichtig für die Verhandlungen.Fahnder informierten den Vater des 24-Jährigen. Gemeinsam mit ihm fuhren sie zur Wohnung an der Karl-Marx-Straße. Doch Dennis L. wollte mit niemandem reden. Inzwischen hatte die Polizei Susanne S. erreicht. Sie sagte, dass ihr Ex-Freund allein in ihrer Wohnung sei. Von Geiseln wüsste sie nichts. Daraufhin stürmte das SEK. Dennis L. hatte sich unterm Bett verkrochen. Die Beamten zogen ihn hervor. Dabei wurde er leicht verletzt. Polizisten brachten ihn in die psychiatrische Abteilung einer Klinik. Warum er die Geiselnahme vortäuschte, weiß die Polizei noch nicht.------------------------------Foto: Gut ausgerüstet - ein SEK-Beamter beim Einsatz gegen Dennis L.
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