Klimawandel

„Schockierend“: Australien veröffentlicht Umweltbericht

Erderwärmung, Artensterben, Ressourcenvernichtung: Der Zustand der australischen Umwelt ist längst mehr als besorgniserregend - er bedroht die Gesundheit und...

dpa
3 Min
Floodwaters sound the Fitzgerald bridge in Raymond Terrace cutting Raymond Terrace road to Maitland, Saturday, July 9, 2022. Clean-up work has begun in many soaked NSW regions, but 40,000 people remain under evacuation orders amid the danger of still-rising waters. (AAP Image/Darren Pateman) NO ARCHIVING

Floodwaters sound the Fitzgerald bridge in Raymond Terrace cutting Raymond Terrace road to Maitland, Saturday, July 9, 2022. Clean-up work has begun in many soaked NSW regions, but 40,000 people remain under evacuation orders amid the danger of still-rising waters. (AAP Image/Darren Pateman) NO ARCHIVING

© AAPIMAGE

Dies sind einige der dramatischen Ergebnisse des mit Spannung erwarteten Berichts zum Zustand der australischen Umwelt (State of the Environment Report 2021). Die alle fünf Jahre vorgenommene Bestandsaufnahme wurde vom Umweltministerium in Canberra veröffentlicht. Kommentatoren und Medien in Down Under bezeichneten die Ergebnisse als „schockierend“ und sprachen von „katastrophalen Verlusten von Wildtieren und Lebensräumen“.

Eine ernüchternde Lektüre

Mehr als 30 Experten haben zwei Jahre lang die Daten gesammelt. Dabei geht es um jeden Aspekt der australischen Umwelt, von Flüssen und Ozeanen über Luft und Eis bis hin zu ländlichen und städtischen Gebieten. Die Lektüre des jüngsten Berichts sei „ernüchternd“, kommentierte die Universität von Sydney.

Seit seiner Kolonisation 1788 seien auf dem roten Kontinent 39 Säugetierarten ausgestorben - mehr als auf jedem anderen Kontinent, so die Forscher. Gleichzeitig leben 80 Prozent der fast 400 Säugetierarten des Landes überhaupt nur in Australien, darunter Koalas, Wombats und die eierlegenden Schnabeltiere (Platypus).

Seit der Veröffentlichung des letzten Reports 2016 seien 17 Säugetierarten, 17 Vogelarten und 19 Froscharten in die Liste des bedrohten Arten aufgenommen beziehungsweise mittlerweile als „vom Aussterben bedroht“ eingestuft worden, hieß es weiter. Insgesamt stieg die Zahl bedrohter Tier- und Pflanzenarten in den vergangenen fünf Jahren von 1774 auf 1918.

Einer der Hauptgründe ist der Verlust des natürlichen Lebensraums. Dem Report zufolge wurden in Australien zwischen 2000 und 2017 rund 7,7 Millionen Hektar Land gerodet. Aber auch die verheerenden Buschfeuer 2019-2020 haben der Tierwelt schwer zugesetzt.

„Insgesamt sind der Zustand und die Entwicklung der Umwelt Australiens schlecht, und sie verschlechtern sich aufgrund des zunehmenden Drucks durch den Klimawandel, den Verlust von Lebensräumen, invasive Arten, Umweltverschmutzung und Ressourcenentnahme weiter“, so der Bericht. Dies wirke sich nicht nur negativ auf die Gesundheit der Menschen, sondern auch auf ihren Lebensstandard sowie ihre kulturelle und spirituelle Erfüllung aus.

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Die konservative Vorgängerregierung von Scott Morrison, die wegen ihrer passiven Haltung in der Umweltpolitik schwer in der Kritik stand, hatte den Bericht schon im Dezember 2021 erhalten, ihn aber wegen der Parlamentswahlen im Mai zurückgehalten. Die neue Regierung von Anthony Albanese hat hingegen den Kampf gegen den Klimawandel zu einem Hauptpunkt ihrer Agenda gemacht. Umweltministerin Tanya Plibersek erklärte am Dienstag, der Report spiegele „mehr als ein Jahrzehnt Untätigkeit und vorsätzliche Ignoranz“ wider.

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