Am selben Tag, an dem sich amerikanische und sowjetische Soldaten in Torgau an der Elbe treffen, schließt sich der Ring um Berlin. Bei Ketzin an der Havel treffen sich Vorauskommandos der 1. Weißrussischen Front und der 1. Ukrainischen Front. Am Steglitzer Güterbahnhof werden Lebensmittel frei verteilt. Sabine K. sieht, wie sich die Menschen um die Vorräte prügeln. Sie erkämpft sich eine Büchse Erbsen, bevor die Menschentrauben aus der Luft angegriffen werden. Nach der U-Bahn wird jetzt auch der Betrieb der S-Bahn in Berlin eingestellt. "Kein Wasser, kein Gas, kein Licht" schreibt Lieselotte G. aus Wilmersdorf in ihr Tagebuch. Am Landwehrkanal südlich des Tiergartens beschießen Einheiten Marschall Schukows irrtümlich Einheiten Konjews; noch immer ist nicht klar, wer den Reichstag erobern darf. Zuletzt setzt sich Schukow durch. Er hat am Vortag einen Stadtkommandanten eingesetzt: Nikolaj Bersarin.Schwere Kämpfe gibt es am S-Bahnhof Börse (heute Hackescher Markt) und am Hermannplatz, wo Hitlerjungen und französische Freiwillige der Waffen-SS das Kaufhaus Karstadt verteidigen. Ein Rotarmist schreibt seinen Eltern, wie die Panzer durch die Stadt fahren: "Sie fahren nicht über die Straßen, sondern auf den Bürgersteigen voran, und die einen schießen aus Kanonen und Maschinengewehren nach rechts, die anderen nach links, und die Deutschen laufen von den Fenstern und Türen weg." Stalin schreibt an Churchill: "Vielen Dank für ihre Botschaft über Himmlers Absicht, an der Westfront zu kapitulieren."Morgen schreibt der Historiker Gert Herzog: "Keine Uniform darf in unseren Keller!"
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