Der US-Schauspieler Steven Seagal befindet sich nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti in Oleniwka im Donbass, wo sich auch das von Russland angegriffene Gefängnis befindet. Dort wurden mehrere Hundert ukrainische Soldaten gefangen gehalten.
„Wir sind in Oleniwka an dem exakten Platz, an dem Himars-Raketen einschlugen“, sagte der 70-Jährige in einem in der Nacht zum Mittwoch von russischen Staatsmedien verbreiteten Video. Der Star zahlreicher Actionfilme gilt als Freund von Kremlchef Wladimir Putin, hat die russische, US-amerikanische sowie serbische Staatsbürgerschaft und ist Mitglied der Partei Gerechtes Russland. Seagal ist zudem russischer Beauftragter für humanitäre Beziehungen mit den USA. Er unterstützt den russischen Einmarsch in die Ukraine von Ende Februar.
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Analyst Oliver Alexander reagierte auf Twitter mit Fassungslosigkeit. Er schrieb: „Es tut mir leid, was soll der Scheiß?“ Er unterstellt Seagal, den Russen bei der Vertuschung von Kriegsverbrechen zu helfen.
Bei einem Raketenangriff starben mehr als 50 Gefängnisinsassen in Oleniwka
In der ostukrainischen Stadt Oleniwka wurden bei einem russischen Raketenangriff mehr als 50 ukrainische Kriegsgefangene getötet. Etwa 70 Menschen wurden verletzt. Oleniwka befindet sich 30 Kilometer von Donezk entfernt und steht wie der restliche Donbass derzeit unter prorussischer Kontrolle. Die Vereinten Nationen möchten den Ort untersuchen lassen.
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Seagal hingegen folgte der russischen Darstellung, dass das Lager mit ukrainischen Kriegsgefangenen mit US-Raketen beschossen worden sei. Die Ukraine und zahlreiche Experten sehen hingegen Russland in der Verantwortung für das Kriegsverbrechen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einen „Terroranschlag“ gegen die Gefangenen.
Seagal möchte im Donbass einen Dokumentarfilm drehen
Seagal wiederholte die Linie der Kremlpropaganda. Er warf Selenskyj Folter und Verbrechen gegen die Menschheit vor. Der Actionfilm-Darsteller sagte, er wolle einen Dokumentarfilm über den Krieg im Donbass drehen.
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Die russische Staatspropaganda behandelte das Thema am Mittwoch wie ein Großereignis. In einem von dem russischen Fernsehsender RT verbreiteten Video sagte Seagal: „Ich mag nicht, dass diese ganzen Kameras auf mich gerichtet sind“.
Auch der prominente russische Außenpolitiker Leonid Sluzki verbreitete in seinem Blog im Nachrichtenkanal stolz ein Bild von sich mit Seagal. Russland wirft der Ukraine einen Beschuss des Gefängnisgebäudes mit amerikanischen Präzisionsraketen vor. Kiew und westliche Beobachter sprechen hingegen von einer gezielten Ermordung der Gefängnisinsassen durch Russland.
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