Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne) war am Sonntag in Szczecin und beantwortete Fragen von Journalisten zur Umweltkatastrophe im Oder-Fluss. Ein polnischer Journalist wollte wissen, ob in der Oder tatsächlich hohe Quecksilber-Werte gemessen worden seien, wie der Minister in anderen Äußerungen angedeutet haben soll. Die Frage nahm Bezug auf einen rbb24.de-Bericht, wonach von Hautkontakt mit dem Oder-Wasser abgeraten werde – wegen hoher Quecksilber-Werte. Der Übersetzte fragte den Minister allerdings nicht nach Quecksilber, sondern wollte wissen, ob in der Oder „ätzende Substanzen“ gefunden worden seien. Vogel daraufhin: „An so eine Aussage kann ich mich nicht erinnern.“
Die Antwort des Ministers verwendeten polnische Staatsmedien, um die Verschmutzung in der Oder herunterzuspielen. Vogel reagierte am Montag auf Twitter und wies die Berichterstattung der polnischen Staatsmedien als Ungeheuerlichkeit zurück: „Das ist ungeheuerlich! Ich wurde vom Übersetzer nach einem angeblichen Zitat von mir gefragt, dass Oderwasser die Hände verätzen würde. Darauf habe ich reagiert und zu den pH-Werten ausgeführt; zu den Quecksilberwerten wurde ich nicht gefragt.“
Polnische Staatsmedien deuteten in ihren Nachrichten an, dass kein Quecksilber im Wasser gefunden worden sei. Das war aber nicht die Botschaft des Ministers. Dennoch ist weiterhin unklar, ob Quecksilber für die Oder-Katastrophe verantwortlich ist. Vogel gab laut rbb24.de an, dass die Quecksilbermessung möglicherweise eine Anomalie gewesen sei. Weitere Messungen sollen erfolgen. Polnische Quellen geben an, dass Quecksilber nicht der Grund für das Fischsterben sei.
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