Die Intendantin des Bayerischen Rundfunks (BR), Katja Wildermuth, hält die Missstände beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) für einen Einzelfall innerhalb der öffentlich-rechtlichen ARD. In einem Interview der Süddeutschen Zeitung (Montag) sagte sie: „Nach meinem Kenntnisstand und nach dem, was wir jetzt wissen: Ja, die Vorgänge im RBB sind singulär.“
Die ARD-Intendanten distanzierten sich am Wochenende angesichts der Krise beim RBB in bisher einmaliger Weise scharf von der Senderspitze. Der Vorwurf: Die RBB-Leitung arbeite die Affäre um Filz und Vetternwirtschaft rund um die abberufene Senderchefin Patricia Schlesinger nicht hinreichend und nicht transparent genug auf. Schlesinger selbst weist die Vorwürfe bisher zurück.
RBB-Affäre: Führung verschweigt Prämien an Schlesinger und Direktoren
ARD geht auf Abstand zur RBB-Führung
Wildermuth: „Vieles nur scheibchenweise aus der Presse erfahren“
Wildermuth sagte dazu im SZ-Interview: „Viele Wochen haben wir in Gesprächen um umfassende Aufklärung gebeten, vieles jedoch auch nur scheibchenweise oder aus der Presse erfahren. Da ist das Vertrauen verloren gegangen.“
Die Entscheidung der ARD-Intendanten zum RBB sei das Ergebnis vieler Gespräche im Hintergrund bis tief in die Nacht, schilderte Wildermuth. „Wir haben uns die Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht, aber rasche und lückenlose Transparenz seitens der RBB-Leitung ist überfällig.“
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]