Unterstützungsangebote

Berliner Senat will mehr tun gegen Femizide

Der Berliner Senat will mehr tun gegen sogenannte Femizide, also von Hass und Verachtung getriebene Morde von Männern an Frauen. Geplant sind eine engere Koo...

dpa
2 Min
Ulrike Gote (Bündnis 90/Die Grünen), Berliner Senatorin für Gesundheit und Wissenschaft.

Ulrike Gote (Bündnis 90/Die Grünen), Berliner Senatorin für Gesundheit und Wissenschaft.

© Christoph Soeder/dpa

Wie Gleichstellungssenatorin Ulrike Gote (Grüne) erläuterte, soll es dazu in Zukunft ein standardisiertes Verfahren geben. Beteiligt seien mehrere Senatsverwaltungen und Behörden, Polizei, Staatsanwaltschaft, Familiengerichte, Einrichtungen zur Unterstützung von Frauen, Projekte in der Täterarbeit, Opferhilfe, Gewaltschutzambulanz und gegebenenfalls auch Jugendamt oder Einwanderungsamt. Im Ergebnis solle es bessere Gefährdungsanalysen und bessere Hilfen für gefährdete Frauen und ihre Kinder geben.

Gote kündigte zudem den Ausbau und eine bessere Ausstattung der Unterstützungsangebote für Frauen an. Große Bedeutung kommt dabei dem achten Berliner Frauenhaus zu, das mit 40 Schutzplätzen und weiteren Plätzen in einer sogenannten Clearingstelle Anfang 2023 öffnen soll. Momentan stehen in Berlin laut Gote 422 Schutzplätze in Frauenhäusern sowie 30 weitere Plätze in drei Frauen-Notwohnungen zur Verfügung.

„Ich bin davon überzeugt, dass wir mit diesem Beschluss das Hilfe- und Schutzsystem für von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffene Frauen hier in Berlin nochmal ein gutes Stück voranbringen und weiterentwickeln können“, sagte Gote. „Berlin zu einem sicheren Ort für alle Frauen und Mädchen zu machen, das ist erklärtes Ziel dieser Koalition.“

Pro Jahr passierten nach den Worten der Senatorin zuletzt etwa 20 mutmaßliche Femizide in Berlin. Das neue Programm sei auch eine Lehre aus einem Femizid, der vor wenigen Monaten für Entsetzen gesorgt hatte. Am 29. April war eine 31-jährige, aus Afghanistan stammende Frau nahe einem Spielplatz in Berlin-Pankow im Beisein ihrer Kinder brutal mit einem Messer getötet worden. Tatverdächtig ist ihr 42-jähriger Ehemann, von dem sie sich getrennt hatte.

Diskutiert worden war im Zusammenhang mit dem Mord auch über mögliche Fehler von Polizei und anderen Behörden. Denn vor der Tat hatte die Frau ihren Mann mehrfach bei der Polizei angezeigt, zudem Hilfe bei Wachleuten eines Flüchtlingsheims gesucht, in dem sie wohnte.

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