Die Energie- und Gaspreise steigen weiter an. Mittelständische Unternehmen schlagen Alarm, Wirtschaftsexperten warnen vor einer drohenden Insolvenzwelle. Auch der EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni warnt vor einem Abschwung in den nächsten Monaten. In einem Interview mit dem Spiegel formuliert er eine düstere Prognose: „Der kommende Winter könnte einer der schlimmsten der Geschichte werden“.
Angesichts möglicher geplanter Blackouts – wie beispielsweise in Frankreich – sagte Gentiloni: „Die Lage in den EU-Staaten ist sehr unterschiedlich, in einigen könnten Rationierungen notwendig werden“. Einsparungen seien allerdings jetzt schon notwendig.
Weiterer Wiederaufbaufonds möglich
Die Regierungen der Länder sieht er in einer schwierigen Situation. Entlastungspakete, wie sie auch in Deutschland geschnürt wurden, hält Gentiloni für „notwendig und unausweichlich“. Jedoch müssten die Maßnahmen zeitlich begrenzt sein. Diese Entscheidung stelle viele Politiker vor eine Herausforderung.
Einen weiteren Krisentopf nach dem Vorbild des Corona-Wiederaufbaufonds hält der EU-Kommissar für möglich: „Wenn sich der ökonomische Abschwung allerdings verschärfen und auf den Arbeitsmarkt durchschlagen sollte, müssen wir neu nachdenken“.
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Die europäische Bevölkerung würde aktuell „eine Zeit nie dagewesener Unsicherheit“ erleben, so Gentiloni. „Aber die Zahlen für die EU-Wirtschaft als Ganzes sind nach wie vor positiv, und die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist gut“. Generell gibt sich der EU-Kommissar vorsichtig optimistisch. Europa müsse handlungsfähig bleiben und der Krise geschlossen begegnen. „Wenn es uns gelingt, in der Energie- und Gaskrise europäische Solidarität zu beweisen, werden wir die Schwierigkeiten überwinden“.
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