Ukraine-Krieg

Bundeswehr-General: Ukraine kann Russland nicht auf breiter Front zurückdrängen

Generalinspekteur Eberhard Zorn zweifelt am Erfolg der ukrainischen Gegenoffensive. Das sind die Gründe.

Team News Maria Windisch dpa/maw
2 Min
Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn. 

Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn. 

© imago/ Christian Spicker

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, hat sich vorsichtig zu den Erfolgsaussichten des ukrainischen Gegenangriffs geäußert. Er sehe allenfalls „Gegenstöße, mit denen man Orte oder einzelne Frontabschnitte zurückgewinnen, aber nicht Russland auf breiter Front zurückdrängen kann“, sagte Zorn dem Focus am Samstag. 

Die ukrainische Armee agiere zwar „klug, bietet selten eine Breitseite und führt souverän und sehr beweglich die Operationen“. Noch vor zwei Wochen hätte er gesagt, dass der gesamte Donbass in sechs Monaten in russischer Hand sein werde. „Heute sage ich: Das werden sie nicht schaffen.“ Aber ob die Ukrainer wirklich die Kraft für eine Gegenoffensive hätten, bezweifelt Zorn, der ranghöchste Soldat der Bundeswehr: „Sie bräuchten eine Überlegenheit von mindestens 3 zu 1.“

Zorn: Deutsche Waffenlieferungen sind „beachtlich“

Zorn verteidigte die bisherigen deutschen Waffenlieferungen und bezeichnete die Liste als „beachtlich“. Zugleich wies er auf eigene Sicherheitsbedürfnisse hin. Die Bundeswehr benötige zurück, was sie abgebe. Putin verstehe nur die Sprache der Macht. Zorn: „Für eine wirkungsvolle Abschreckung brauchen wir die entsprechenden Kräfte. Unsere Partner zählen auf uns.“

Zorn äußerte die Befürchtung, dass Russland eine zweite Front aufmachen könnte: „Kaliningrad, die Ostsee, die finnische Grenze, Georgien, Moldau... es gibt viele Möglichkeiten. Die Fähigkeiten hätte Putin. Auch wenn etwa 60 Prozent seiner Landstreitkräfte im Ukraine-Krieg gebunden sind, verfügen die Landstreitkräfte sowie vor allem die russische Marine und Luftwaffe noch über ungebundene Kapazitäten. Würde Putin eine Generalmobilmachung anordnen, hätte er auch keine Personalprobleme.“

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