Der Polizeibeamte, der eine syrische Frau und ihren Ehemann während eines Einsatzes in Berlin-Hohenschönhausen beleidigt haben soll, ist schon einmal im Dienst auffällig geworden. Das wurde der Berliner Zeitung aus Ermittlerkreisen bestätigt. Ein Twitter-Video sorgt seit Anfang der Woche für viel Aufregung. „Das ist mein Land und du bist hier Gast!“, schimpft der Beamte unter anderem in der 53-Sekunden-Videosequenz.
Der Einsatz fand vergangene Woche in der Wohnung des Paares statt. Im Hintergrund des Videos sind weinende Kinder zu hören. Die syrische Frau wirft dem Polizisten und seinem Kollegen vor, ihren Mann geschlagen zu haben. Darauf zeigt der Polizist auf die Frau und sagt mit ruhiger Stimme: „Halt die Fresse, fass mich nicht noch mal an!“ Und weiter: „Ich bringe dich ins Gefängnis!“
Syrischer Mann zahlte Strafe wegen Schwarzfahrens nicht
Gegen den betreffenden Beamten wird nun intern wegen des Verdachts der fremdenfeindlichen Beleidigung ermittelt. Der Polizist sei in den Innendienst versetzt worden, teilte die Polizei am Samstag mit. „Weitere dienstrechtliche Konsequenzen folgen.“ Montag beschäftigt sich der Innenausschuss des Abgeordnetenhauses mit dem Thema-
Wie der Tagesspiegel berichtet, war der Mann bereits strafversetzt worden. Der Polizist sei zuvor Wachleiter auf dem Abschnitt 34 gewesen. Von der Führungsaufgabe soll er nach einem Vorfall mit einer Kollegin entbunden worden sein. Dabei soll es aber nicht um einen rassistischen Vorfall gegangen sein, schreibt die Zeitung. Er wurde auf den Abschnitt 31 versetzt und musste dort dann wieder Streife fahren.
Die Beamten waren am Freitag vor einer Woche mit einem Haftbefehl bei der Familie eingetroffen, weil der Mann eine Geldstrafe in Höhe von 750 Euro für dreimaliges Fahren ohne Fahrschein nicht gezahlt hatte.
Syrisches Ehepaar fordert Bestrafung und Entlassung des Polizisten
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Das betroffene syrische Ehepaar hat eine Bestrafung des Polizisten und seine Entlassung gefordert. „Wir möchten, dass er zur Rechenschaft gezogen wird und im besten Fall nicht mehr im Amt bleibt“, übersetzte ein Dolmetscher am Samstag bei einer Pressekonferenz der Linkspartei die Aussage des 30-jährigen Ehemannes.
Das Ehepaar erzählte, ihre Kinder seien von dem Einsatz am Abend des 9. September schockiert gewesen und hätten nicht verstanden, warum die Polizisten so aggressiv seien. Auf die Frage, wie es zu der Eskalation gekommen sei, antwortete das Ehepaar nicht, auf Rat ihres Anwalts wegen der laufenden Ermittlungen, wie es hieß (mit dpa).
Polizeibericht Berlin
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