Netzwerk Unterkunft Ukraine

160.000 Menschen bieten Unterkunft für Ukraine-Geflüchtete

Über das Netzwerk Unterkunft Ukraine haben 160.000 Menschen in Deutschland ihre Türen für Geflüchtete aus der Ukraine geöffnet. Die Hilfsbereitschaft ist wei...

dpa
2 Min
ARCHIV - Drei aus der Ukraine stammende Frauen gehen in der Landeserstaufnahmestelle in Ellwangen zu ihrem Quartier.

ARCHIV - Drei aus der Ukraine stammende Frauen gehen in der Landeserstaufnahmestelle in Ellwangen zu ihrem Quartier.

© Stefan Puchner/dpa

Etwa 49.000 Plätze seien tatsächlich vermittelt worden, teilte das Netzwerk am Donnerstag in Berlin mit. 80 Prozent von denen, die Menschen aus der Ukraine aufgenommen hätten, würden das wieder tun, ermittelte das Dezim-Institut in einer Befragung von 3251 Beteiligten. Frust stiften der Befragung zufolge aber oft bürokratische Hürden.

Unterkunft Ukraine ist eine Plattform, bei der sich Menschen registrieren können, die Flüchtlinge aufnehmen wollen. Bei der Vermittlung arbeitet die Initiative mit dem Bundesinnenministerium zusammen. Die Hilfsbereitschaft sei weiter groß, lobte Projektleiterin Georgia Homann. „Aber wir sehen gleichzeitig dringenden Handlungsbedarf vor dem Winter.“ Da im Kriegsgebiet viele Heizungen kaputt seien, rechne die Politik mit neuen Fluchtbewegungen. Dabei seien viele staatliche Unterkünfte in Deutschland bereits voll.

Gastgeber wünschen sich Hilfe

„Statt Aufnahmestopps zu verhängen, gilt es jetzt, diejenigen zu unterstützen, die bereit sind, erneut ihre Türen für Menschen in Not zu öffnen“, meinte Homann. Viele potenzielle Gastgeber wünschten sich Hilfe bei administrativen Angelegenheiten.

Weitere Ergebnisse der Umfrage: Von den Unterbringenden sind 63 Prozent Frauen, oft mit höherem Einkommen und Platz in der Wohnung. Die Untergebrachten sind ebenfalls überwiegend Frauen sowie Kinder. 82 Prozent der Unterbringenden äußern sich positiv über ihre Erfahrung. Die meisten Geflüchteten beteiligen sich an gemeinsamen Aktivitäten im Haushalt, auch an der Hausarbeit. 65 Prozent der Gastgeberinnen und Gastgeber geben an, gemeinsam mit den Untergebrachten zu essen. Weniger als die Hälfte der Hausgäste beteiligt sich an finanziellen Ausgaben.

Das Bundesinnenministerium sieht die Initiative als Modell. „Private Unterkünfte sind ein erfolgreicher Teil der Krisenbewältigung und können es auch in Zukunft sein“, erklärte Staatssekretär Markus Richter. Zuletzt hatten mehrere Bundesländer Schwierigkeiten bei der Unterbringung von Geflüchteten und Asylbewerbern gemeldet. Bis Ende August waren im Ausländerzentralregister knapp 985.000 Menschen erfasst, die wegen des Krieges in der Ukraine nach Deutschland eingereist sind.

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