Eine neue Studie aus Großbritannien hat die Auswirkungen des Berghains auf die sexuelle Orientierung seiner Besucherinnen und Besucher untersucht. Dabei beschreibt der Kulturwissenschaftler Johan Andersson, wie sich der sexuelle Horizont der Clubbesucher und Clubbesucherinnen durch ihren Aufenthalt in dem Berliner Kult-Club verändert.
Demnach schaffe das Berghain ein Umfeld, das sexuelle Erfahrungen begünstige und dadurch die Sexualität seiner Besucherinnen und Besucher in besonderer Art und Weise präge. „Ich betrachte das Berghain als eine Form der Ästhetik, wo Begegnungen durch taktile Klänge, labyrinthische Architektur und libidoverstärkende Drogen eine ungewöhnlich durchlässige sexuelle Subjektivität schaffen”, schreibt der Wissenschaftler in seiner Einleitung.
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Sexuelle Orientierung wird fließend
Der „ursprünglich vorwiegend schwule Club mit Wurzeln in der Männerfetisch-Partyszene” habe heutzutage ein deutlich gemischteres Publikum. Doch der Raum inspiriere seine Besucher, die Grenzen zwischen heterosexuellem und queerem Sexualverhalten aufzubrechen. Sexuelle Orientierung werde dadurch in dem Club fließend, so Anderson.
„Überschüssige Libido und empathiefördernde Drogen” trügen dazu bei, eine Umgebung zu schaffen, in der auch eher heterosexuelle Menschen gleichgeschlechtliche Erotik ansprechender finden würden. Sexuelle Kategorisierungen würden dabei im Berghain vorübergehend überwunden.
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Johan Andersson arbeitet als Dozent für Humangeographie am King’s College in London. Andersson habe in den vergangenen 17 Jahren häufig das Berghain besucht – „obgleich nur selten zur Forschung”, wie er angibt.
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