Zwischen Nordsee und Alpen beginnt der Sonntag gebietsweise im dichten Nebel und endet bei bis zu 23 Grad, während in Katalonien nach mehr als 270 Litern Regen ganze Straßenzüge unter Wasser stehen. Der Deutsche Wetterdienst erwartet für Deutschland freundliches Herbstwetter, nur örtlich mit Schauern. Hinter beidem steckt dieselbe Omegalage, und sie schützt Deutschland nur, solange sie hält.
Dichter Nebel am Morgen, bis 23 Grad am Nachmittag: So wird der Sonntag
Schon in der Nacht zum Sonntag bilden sich gebietsweise dichte Nebelfelder. Wer morgen früh losfährt, muss mit schlechter Sicht rechnen, nach Angaben des DWD kann sich der Nebel zäh halten.
Danach setzt sich in weiten Teilen des Landes die Sonne durch. Die Höchstwerte liegen meist zwischen 17 und 23 Grad, an den Küsten bleibt es kühler.
Ganz ungetrübt endet das Feiertagswochenende nicht. Örtlich ziehen Schauer durch, vereinzelt sind Gewitter möglich. DWD-Meteorologe Nico Bauer sprach gegenüber der Deutschen Presse-Agentur von goldenem Oktoberwetter „mit einzelnen kleinen Schönheitsfehlern“.
Aktuelle Warnungen vor Nebel und Gewittern veröffentlicht der DWD auf seiner Website und in der App Warnwetter. Bei Sicht unter 50 Metern sind höchstens 50 km/h erlaubt, erst dann darf die Nebelschlussleuchte an.
Montag und Dienstag bis 24 Grad – dann kippt die Lage
Auch zum Wochenstart bleibt es mild. Im Süden und in der Mitte wird es nach Nebelauflösung freundlich, der Norden bekommt mehr Wolken und gebietsweise etwas Regen. Der DWD rechnet am Montag und Dienstag mit 17 bis 24 Grad.
Ab der Wochenmitte wird es nach der aktuellen 10-Tage-Vorhersage überall unbeständiger und deutlich kühler, teils auch windig.
Damit zieht der Wetterdienst den Umschwung vor. Meteorologe Dominik Jung sah das Hoch noch weite Teile der ersten Oktoberdekade bestimmen, mehrere Modelle rechneten zuletzt mit einem Ende des Blockadehochs um den 12. Oktober.
273 Liter in zwei Tagen: Kataloniens Süden steht unter Wasser
Wie gewaltig die Kehrseite derselben Wetterlage ausfällt, erlebt Katalonien seit Tagen. Am Donnerstag und Freitag traf es den Süden der Region am härtesten. In L'Ametlla de Mar kamen binnen zwei Tagen 273 Liter pro Quadratmeter zusammen, mehrere Orte in den Bezirken Baix Ebre und Montsià meldeten über 200 Liter, berichtet El Nacional.
In Deutschland fallen im Mittel rund 790 Liter pro Quadratmeter, verteilt über ein ganzes Jahr. An der katalanischen Küste ging in zwei Tagen mehr als ein Drittel davon nieder.
In Tortosa standen Straßen und Tiefgaragen unter Wasser. Rettungskräfte holten rund 20 Menschen aus den Fluten, der Katastrophenschutz verschickte eine Handywarnung und rief für den Hochwasserplan Inuncat die Notfallphase aus.
Schon Anfang der Woche hatte es Barcelona getroffen. Der spanische Wetterdienst Aemet schätzte dort laut Euronews rund 180 Liter in drei bis sechs Stunden, mehrere Metrolinien standen still.
Ausgestanden ist es nicht. Am Samstag weitete der katalanische Wetterdienst Meteocat seine Warnungen auf die gesamte Küste der Region aus. Laut Wetteronline drohen auch auf Kreta weitere Sturzfluten und Erdrutsche. Urlauber sollten Ausflüge in Schluchten und ins Bergland meiden.
26 Grad im Mittelmeer, Rekordtief am Rhein: Die zwei Gesichter des Hochs
Vor Palma de Mallorca hatte das Meer am 2. Oktober noch 26 Grad. Fließt in der Höhe kalte Luft über so warmes Wasser, wird die Atmosphäre extrem instabil. Die Gewitter kommen dann kaum vom Fleck und regnen sich an Ort und Stelle ab.
Für jedes Grad Erwärmung kann Luft rund sieben Prozent mehr Wasserdampf speichern. Genau dieser Nachschub fehlt in Deutschland. Der Rhein in Köln fiel laut wetter.com Anfang der Woche auf einen neuen Rekordtiefstand.
Das Hoch hält die Unwetter von Deutschland fern. Den Regen, den das Land dringend bräuchte, hält es ebenso fern.
Vb-Wetterlage im Herbst: So kämen die Unwetter nach Deutschland
Gefährlich wird es, wenn sich ein Tief im Raum Genua oder über der nördlichen Adria bildet und in einem Bogen um die Ostalpen nach Norden zieht. Der DWD beschreibt diese Vb-Zugbahn, gesprochen „fünf b“, als besonders regenträchtig.
Ein solches Tief tankt über dem Mittelmeer feuchtwarme Luft und lädt sie über der Osthälfte Deutschlands ab. An Erzgebirge und anderen östlichen Mittelgebirgen verstärkt sich der Regen noch. Vb-Lagen entstehen laut DWD bevorzugt im Frühling und im Herbst.
Für die kommenden Tage zeichnet sich das nicht ab. Der Regen ab der Wochenmitte kommt nach der DWD-Vorhersage eher vom Atlantik und trifft vor allem den Norden.
Wie viel ein Vb-Tief bringen kann, zeigte der August 2002. In Zinnwald-Georgenfeld im Erzgebirge fielen damals binnen 24 Stunden 312 Liter Regen pro Quadratmeter, bis heute deutscher Rekord.
Alte Heizungszähler müssen bis 31. Dezember raus – sonst dürfen Mieter kürzen
44 Jahre lag dieser Kinderbrief versteckt unter der Treppe – dann meldet sich die Verfasserin
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]