In Berlin gibt es mehr als 175 Museen, davon 17 staatliche Museen, wozu unter anderem die Museumsinsel sowie das Kulturforum gehören. Viele Ausstellungshäuser zählen zum Weltkulturerbe, darunter das Alte und das Neue Museum sowie natürlich auch das Pergamonmuseum.
In der Weltliga spielen aber auch das Naturkundemuseum, das Deutsche Historische Museum (DHM) und das Technikmuseum – um nur einige zu nennen. Hinzu kommen viele Heimatmuseen sowie diverse Zentren zur Aufarbeitung der NS- sowie DDR-Zeit.
Psssst! Das sind die Geheimschätze unserer Museen
Das haben Sie noch nie gesehen: Museen präsentieren Geheimschätze
All diese Häuser machen Berlin so lebenswert und anziehend: In Nicht-Corona-Zeiten liegen die jährlichen Besucherzahlen stadtweit im zweistelligen Millionenbereich. Jedoch sind es auch die kleinen Schätze, die besonderen Ausstellungsperlen, die unsere Museumslandschaft so unverwechselbar und einzigartig machen. Davon möchten wir Ihnen einige vorstellen. Und weil die Zeiten hart sind, wir alle sparen müssen, zeigen wir Ihnen Museen, die Sie komplett gratis besuchen können.
Kostenloses Museum in Berlin Mitte: Tränenpalast
Gibt es einen waschechten Berliner, der den Tränenpalast nicht kennt? Eigentlich schwer vorstellbar. Auch wenn man nach 1989/90 geboren ist, gehört der Grenz-Pavillon mitsamt seiner Geschichte zum kollektiven Gedächtnis der Stadt. Sind Sie schon einmal da gewesen? Damals, heute, irgendwann? Kommen Sie mal (wieder) vorbei.
Der Tränenpalast kommt nicht ganz so breitbeinig daher wie der Checkpoint Charlie. Das könnte daran liegen, dass sich hier eben keine Panzer gegenüberstanden, keine Bilder um die Welt gingen. Nein, im Tränenpalast ging es weniger spektakulär, aber nicht weniger nervenaufreibend zu.
Eigentlich heißt der Ort „Ausreisehalle der Grenzübergangsstelle Bahnhof Friedrichstraße“ – hier konnte man in die S- oder U-Bahn Richtung West-Berlin steigen beziehungsweise hier kam man an, wenn man mit den Öffentlichen (zurück) in die DDR wollte. Reisefreiheit gab es für den Großteil der DDR-Bürger nicht; wer in den Westen wollte, musste das beantragen, genehmigen und kontrollieren lassen.
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Die Kontroll- und Abfertigungsschalter stehen bis heute. Nur Bahngäste durften die kurz nach dem Mauerbau errichtete Halle seinerzeit betreten. In den Anfangsjahren konnten Ost-Berliner ihren Besuch noch bis in die Halle begleiten, um sich dort zu verabschieden – was oftmals mit Tränen einherging, weil man ja nie wusste, ob und wann man sich wiedersieht. Deshalb wurde es den Ost-Berlinern alsbald verboten, die mittlerweile im Volksmund berüchtigte „Tränenhalle“ zu betreten.
Als Ort der deutschen Teilung zeigt das Museum, „wie die Zoll- und Passkontrollen im Tränenpalast und die Überwachung am Grenzübergang Friedrichstraße“ abliefen. So kann man als Besucher beispielsweise durch eine im Original erhaltene Passkontrollkabine gehen; aber auch Schmuggel und Flucht werden thematisiert. In der Ausstellung gibt es viele Zeitzeugenberichte, die auch heute noch zu Tränen rühren. Dazu werden relevante Fotos und Gegenstände gezeigt, es gibt auch eine Audiotour.
Für Kinder und Jugendliche gibt es spezielle Angebote, um sie altersgemäß an das Thema heranzuführen. Teenager können sich auf eine Spurensuche begeben; die Anleitung gibt’s am Infoschalter. Und die Kleinen können über ein Westpaket staunen. Dieser Rundgang ist jedoch nur als Gruppe buchbar und für Kinder ab 8 Jahren geeignet. Beide Angebote sind kostenlos.
Adresse: Reichstagufer 17, 10117 Mitte, direkt am Bahnhof Friedrichstraße
Öffnungszeiten: Dienstags bis freitags 9 bis 19 Uhr, am Wochenende 10 bis 18 Uhr
Energiemuseum in Berlin Steglitz ist kostenlos
Ein Museum zum Anfassen und Ausprobieren: Die Energie-Ausstellung im ehemaligen Heizkraftwerk Steglitz in Lankwitz ist als interaktiver Rundgang konzipiert. Erklärt wird die Geschichte der Energie im Allgemeinen, aber auch im Speziellen die der Energie in Berlin – Stichwort: Elektropolis.
„Die Entwicklung Berlins zur industriellen Metropole ist unmittelbar mit der Entwicklung der Berliner Stromnetze und der öffentlichen Beleuchtung verbunden. Verfolgen Sie die wichtigsten Meilensteine auf dem Weg Berlins von der ersten elektrischen Laterne zur digital gesteuerten stadtumspannenden Stromversorgung“, steht auf der Museums-Homepage, die schon jede Menge spannende Fakten von 1866 bis heute bereithält.
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Vor Ort können Sie sich angucken, wie eine Rohrpost oder die Morsetelegrafie funktioniert, aber es werden auch Haushaltsgeräte von früher präsentiert (z. B. Heizstrahler, Kochplatte), ebenso eine echte Gasturbine, Mess- und Schutztechnik. Wenn man sich keine Gedanken darüber macht, wie sehr unser Leben in jeder Minute mit der Elektrik verwoben ist, ist es fast schon überraschend, sich das hier in derart geballter Form vor Augen führen zu lassen.
Adresse: Teltowkanalstraße 9, 12247 Steglitz, direkt an der Haltestelle Teltowkanalstraße (Bus 186, 283)
Öffnungszeiten: Da das Energiemuseum ehrenamtlich betrieben wird, gibt es keine festen Öffnungszeiten. Wer vorbeikommen möchte, kann telefonisch einen Termin vereinbaren: 030 701777-55 oder -56 (nur dienstags von 10 bis 12 Uhr).
Kostenloses Museum in Berlin Spandau: Militärhistorisches Museum
Man muss kein Militaria-Fan sein, um das Luftwaffenmuseum auf dem Flugplatz in Gatow spannend zu finden. Die riesige Ausstellung gehört zum Militärhistorischen Museum in Dresden und wird von der Bundeswehr betrieben; hier in Spandau dreht sich alles um den „Luftkrieg als der jüngsten Ausprägung militärischer Gewaltausübung“, steht auf der Website.
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Nachgezeichnet werden 120 Jahre militärischer Luftfahrt, die sowohl in einer Ausstellung im Hangar als auch draußen an der frischen Luft präsentiert werden. Zu sehen gibt es neben Fotos, Plakaten und anderen vergleichsweise handlichen Objekten auch Exponate, die man nur begreift, wenn man wirklich davorsteht: ein Bomben- oder Jagdflugzeug beispielsweise oder eine Transall-Maschine.
Adresse: Am Flugplatz Gatow 33, 14089 Spandau. Von den Bushaltestellen Kurpromenade oder Seekorso (Bus 135) läuft man etwa 10 Minuten. Tipp: Fall Sie mit dem Fahrrad kommen, können Sie von Wannsee aus mit der Fähre F10 nach Kladow übersetzen.
Öffnungszeiten: Dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, montags ist geschlossen.
Archenhold-Sternwarte in Treptow ist gratis
Ende des 19. Jahrhunderts wurde mitten im Treptower Park ein Observatorium eingerichtet, um das größte bewegliche Fernrohr der Welt zu beherbergen. Das 130 Tonnen schwere Teil heißt Großer Refraktor und steht seit 1967 unter Denkmalschutz, manch einer nennt das XXL-Fernrohr auch Himmelskanone.
Die Archenhold-Sternwarte ist die größte Deutschlands und eine der ältesten. Im dortigen Museum für Himmelskunde wird die Geschichte der Astronomie erklärt. Für die aus 20 Stationen bestehende Ausstellung gibt es einen kostenlosen Audioguide. Achtung: Noch bis zum 20. Oktober läuft eine Sonderausstellung, weshalb der Eintritt bis dahin nicht umsonst ist. Erwachsene zahlen derzeit 15 Euro, Kinder 8 Euro Eintritt.
Adresse: Alt Treptow 1, 12435 Treptow. Die Sternwarte befindet sich unweit vom Zenner-Biergarten, von der Haltestelle Bulgarische Straße (Bus 165, 166, 265) sind es nur vier Minuten zu Fuß. Sie können auch vom S-Bahnhof Treptower Park (Ringbahn, S8, S9, S85) hinlaufen, das dauert 18 Minuten, ist aber ein schöner Spaziergang durch den Park.
Öffnungszeiten: Freitags von 17 bis 22 Uhr, samstags von 12.30 Uhr bis 22 Uhr, sonntags von 12.30 Uhr bis 17 Uhr.
Schöneberg: Street-Art-Museum Urban Nation
In den Räumen eines früheren Möbelgeschäftes befindet sich heute das Urban Nation Museum, in dem zeitgenössische Kunst gezeigt wird. Aber man muss nicht zwingend in das Museum kommen, um tolle Street-Art zu sehen: Teile der Ausstellung sind auch bemalte Hochhäuser. Die riesigen Motive heißen Murals und sind zusammengefasst unter dem Projektnamen One Wall. Zu sehen ist die Kunst in der Bülowstraße, aber beispielsweise auch im Blasewitzer Ring in Spandau.
Wer sich für moderne Kunst interessiert, für richtig gute Street-Art, wird hier beglückt herausspazieren. Die meisten Werke wurden eigens für die Ausstellung angefertigt, weil möglichst keine Kunst aus dem Stadtraum entnommen werden soll. Die Fassade des Gebäudes wird regelmäßig von internationalen Künstlerinnen und Künstlern neu gestaltet – allein das ist schon ein echter Hingucker. In den oberen Räumen befinden sich Ateliers.
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Adresse: Bülowstraße 7, 10783 Schöneberg. Vom U-Bahnhof Bülowstraße (U2) sind es nur fünf Minuten zu Fuß.
Öffnungszeiten: Dienstags und mittwochs von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis sonntags von 12 bis 20 Uhr. Montags ist geschlossen.
Kreuzberg umsonst erleben im Jüdischen Museum
Allein die Architektur ist einen Besuch wert. Seit seiner Eröffnung 2001 vereint das Jüdische Museum Altes und Neues, Geschichte und Zukunft, Erinnern und Erzählen wie kaum ein anderes Ausstellungshaus der Stadt. Das Publikum ist sehr international, was einerseits schön ist, weil es zu diesem weltoffenen und toleranten Ort passt. Andererseits jedoch sollten wir Berliner uns diesem Museum viel mehr widmen.
Es ist eigentlich nicht zu schaffen, die riesige Dauerausstellung in einem Besuch in Gänze zu erleben. So viele Geschichten wollen gelesen oder gehört, so viele Exponate gesehen und erfasst werden. Deshalb ist es ein toller Schritt vom Museum gewesen, im letzten Jahr zu seinem 20-jährigen Jubiläum den Eintritt für die Dauerausstellung abzuschaffen.
So kann man sich das Museum nach und nach erschließen, vielleicht bei einzelnen Objekten länger verweilen, auch mal den wirklich schönen Garten im Innenhof besuchen und bei einem Kaffee über das Gesehene nachdenken.
Auch das Kindermuseum Anoha ist kostenfrei, ebenso wie die am 21. Oktober startende Wechselausstellung „Inside Out“ des israelischen Autors Etgar Keret. Andere Wechselausstellungen können hingegen kostenpflichtig sein.
Adresse: Lindenstraße 9–14, 10969 Kreuzberg, vor dem Haus liegt die Haltestelle Jüdisches Museum (Bus 248). Vom U-Bahnhof Kochstraße/Checkpoint Charlie (U6) sind es aber auch nur zehn Minuten zu Fuß.
Öffnungszeiten: täglich 10 bis 19 Uhr.
Kreuzberg gratis: Zweiradmuseum
Echte Liebhaberstücke aus den 1920er- bis 1950er-Jahren: Das privat geführte Zweiradmuseum stellt Fahr- und Motorräder, aber auch Mopeds und Beiwagen aus. Das Ambiente ist rustikal, die Ausstellung selbst ist in einem alten Pferdestall auf dem ehemaligen Gelände der Berliner Dampfschifffahrtsgesellschaft untergebracht.
Einige Zweiräder sind restauriert, andere in einem, nun ja, sichtbar gebrauchten Zustand. Zu sehen gibt’s zudem allerhand Zubehör sowie Ersatzteile, auch Fachliteratur ist in dem Museum reichlich vorhanden.
Adresse: Köpenicker Straße 8, 10997 Kreuzberg, drei Fußminuten vom U-Bahnhof Schlesisches Tor (U1).
Öffnungszeiten: Montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr.
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