Im Kontext seines Deutschlandbesuchs haben „Cicero – Magazin für politische Kultur“ und die Berliner Zeitung den Ministerpräsidenten Ungarns, Viktor Orbán, zum Gespräch empfangen. Der Auftakt der Verlegergesprächsserie „Sturm über Europa – der Ukrainekrieg, die Energiekrise und geopolitische Herausforderungen“ hat um 10 Uhr in Berlin-Mitte vor geladenen Gästen begonnen. Die Gesprächsserie wird geleitet von Holger Friedrich, Verleger der Berliner Zeitung, und Alexander Marguier, Verleger und Chefredakteur von Cicero. Die Gesprächsserie soll das Ziel haben, nach Russlands Invasion in die Ukraine den Blick Richtung Osteuropa zu richten, um die verschiedenen Positionen gegenüber den neuen geopolitischen Herausforderungen und Lösungsvorschläge besser zu verstehen.
Viktor Orbán: „Wir brauchen sofort eine Feuerpause“
Im Vorfeld stieß die Veranstaltung auf reges Interesse. Nationale und internationale Presse hatten sich angemeldet, um beim Gesprächsakt dabei zu sein. Polnische und tschechische Diplomaten waren im Saal sowie Abgesandte deutscher Ministerien. Orbán nutzte die ersten Fragen dazu, um seine Haltung gegenüber Russlands verbrecherischem Angriffskrieg zu unterstreichen. „Ich war am 5. Februar in Moskau und wollte mit Wladimir Putin Frieden verhandeln. Ich habe den russischen Präsidenten gefragt, was Putin über die ukrainische Armee denkt. Er sagte, sie sei sehr gut und sehr gut ausgebildet. Er sagte, er werde alles dafür tun, damit die Ukraine nie der Nato beitritt.“ Orbán habe der Nato nach dem Gespräch gemeldet, dass es Schwierigkeiten gebe. Als am 24. Februar der Krieg begann, dachte Orbán vor allem an die vielen Ungarn, die in der Ukraine leben. Einige davon seien Opfer der Bomben geworden.
„USA und Russland müssen sich einigen, dann ist der Krieg zu Ende“
„Was war der Grund für Putins Angriffskrieg?“, wollte Holger Friedrich wissen. Das beantwortete Orbán nur „sehr ungern“. Alle zentrieren die Frage auf Wladimir Putin. „Dabei interessiert mich Wladimir Putin gar nicht. Mich interessiert Ungarn, mich interessiert die EU. Was ist das europäische Interesse? Ich möchte mich an dem Diskurs nicht beteiligen. Ich weiß nicht, warum er den Krieg begonnen hat.“
Bildstrecke: Viktor Orbán – Ein Besuch in Bildern
Orbán wurde direkt, als er über vergangene Krisen mit Russland sprach. Schon 2014 mit der Krim-Krise hätte es zu einem Krieg kommen können. Das Verhandlungsgeschick von Angela Merkel hätte aber Schlimmstes verhindert. Auf die Frage, ob Merkel heute einen Krieg hätte verhindern können, sagte Orbán: „Mit Angela Merkel hätten wir keinen Ukraine-Krieg.“
Cicero und die Berliner Zeitung wollen die Gesprächsserie in den nächsten Monaten ausweiten und Vertreter osteuropäischer Staaten und Intellektuelle zur Diskussion laden.
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