Die jüngsten russischen Luftangriffe auf die Ukraine haben nach Angaben aus Kiew rund 30 Prozent der Energieinfrastruktur des Landes getroffen. Es sei das erste Mal seit Beginn des Krieges am 24. Februar, dass Russland die Energieinfrastruktur „auf dramatische Weise ins Visier genommen“ habe, sagte der ukrainische Energieminister Herman Haluschtschenko dem US-Sender CNN am Dienstag.
Als einen Grund für die Angriffe sah Haluschtschenko, dass ukrainische Stromexporte den europäischen Ländern dabei helfen würden, weniger russisches Gas und Kohle nutzen zu müssen. Das ukrainische Energiesystem sei derzeit, trotz der schweren Angriffe aus Moskau, „immer noch stabil“. Zugleich forderte er andere Länder auf, „Luftabwehrsysteme bereitzustellen, die uns wirklich helfen könnten, unsere Infrastruktur zu schützen“.
Selenskyj ruft zum Stromsparen auf
Mehr als siebeneinhalb Monate nach Kriegsbeginn hatte Russland am Montag Dutzende Raketen auf verschiedene Teile der Ukraine abgefeuert, auch auf die seit längerem nicht mehr attackierte Hauptstadt. Am Dienstag nahm der Kreml dann insbesondere die westukrainische Region Lwiw in den Fokus. Nach Angaben der dortigen Militärverwaltung wurden bei den Angriffen vier Umspannwerke komplett zerstört. Ein Drittel der Bewohner habe zeitweise ohne Strom auskommen müssen.
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Die russischen Angriffe zielten auch dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge insbesondere auf die Energieinfrastruktur des Landes. In den vergangenen Tagen hatte er die Bevölkerung dazu aufgerufen, auf den Stromverbrauch zu achten und insbesondere während der Spitzenlastzeiten am Abend die Nutzung zu reduzieren, um das Stromnetz nicht zu überlasten. Im Landesdurchschnitt sei es am Montag gelungen, ein Zehntel der Energie einzusparen, sagte Selenskyj in seiner Ansprache am Dienstagabend.
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