Gipfeltreffen

Tadschikischer Präsident kanzelt Putin vor laufenden Kameras ab

Russland sieht sich immer noch als Ordnungsmacht für Zentralasien. Doch dort wächst die Unzufriedenheit. Tadschikistans Präsident Emomali Rachmon kritisiert Putin.

Team News dpa
2 Min
Wladimir Putin und Tadschikistans Präsident Emomali Rachmon

Wladimir Putin und Tadschikistans Präsident Emomali Rachmon

© imago/SNA

Bei einem Gipfeltreffen Russlands mit den fünf Ex-Sowjetrepubliken in Zentralasien hat sich Kremlchef Wladimir Putin Kritik an dem für selbstverständlich gehaltenen Vorrang Moskaus anhören müssen. Russland dürfe die Interessen der kleineren Länder nicht wie zu sowjetischen Zeiten übergehen, sagte der tadschikische Präsident Emomali Rachmon am Freitag in Astana, der Hauptstadt Kasachstans. „Damals und, entschuldigen Sie, auch noch heute wurden die kleinen Republiken, die kleinen Völker nicht beachtet“, sagte er.

Tradition und Kultur der Zentralasiaten seien nicht geachtet worden. „Es gab keine Hilfen, keine Unterstützung“, sagte der Präsident Tadschikistans. Internationale Wirtschaftsforen seien nur in Moskau, in Minsk (Belarus), Kiew (Ukraine) oder noch in Almaty (Kasachstan) organisiert worden. „Für die anderen Republiken hieß es nur: Schick Milch, schick Baumwolle, schick dies und das!“

Russland sieht sich immer noch als Ordnungsmacht für Zentralasien. Die Länder dort sind ökonomisch, teils auch militärisch auf Moskau angewiesen. Gleichzeitig deuteten Beobachter in der Region die Kritik des Tadschiken auch als Zeichen eines schleichenden Machtverlusts Putins und Russlands wegen des Kriegs gegen die Ukraine.

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