Berlin hat rund 3,7 Millionen Einwohner, sie sind so verschieden wie die Stadt selbst. Was also macht Berlin aus, wieso lebt man hier – und tut man es überhaupt gern? In unserer Rubrik „Fragebogen Berlin“ fragen wir bekannte Hauptstädterinnen und Hauptstädter nach ihren Lieblingsorten und ihren persönlichen No-go-Areas. Sie verraten ihre Gastro-Tipps, Shopping-Favoriten und Kiezgeheimnisse. Aber auch, was sie an Berlin nervt und was man hier auf keinen Fall tun sollte.
Diesmal hat Laura Tonke unsere Fragen beantwortet. Die Tochter eines Filmausstatters und einer Malerin wuchs in Schöneberg auf. Ihre Karriere als Schauspielerin begann schon früh, nachdem der Regisseur Michael Klier sie auf dem Schulhof entdeckt und für sein Drama „Ostkreuz“ (1991) engagiert hatte. Es folgten etliche Theater-, Fernseh- und Kinorollen, darunter als Gudrun Ensslin im RAF-Film „Baader“ und als von plötzlichen Angstzuständen heimgesuchte Titelfigur in der Tragikomödie „Hedi Schneider steckt fest“. Aktuell kann man die 48-Jährige, die mit ihrer Familie in Mitte lebt, in der zweiten Staffel der Comedy-Serie „Kranitz – Bei Trennung Geld zurück“ sehen – in der ARD-Mediathek und ab 30. November im NDR.
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1. Frau Tonke, seit wann sind Sie schon in der Stadt?
Seit dem 14. April 1974, also seit meiner Geburt.
2. Welcher ist Ihr Lieblingsort in Berlin?
Mein Lieblingsort sind alle Friedhöfe Berlins. Sie sind einfach wirklich so friedlich und ich werde gern daran erinnert, dass alles endlich ist.
3. Wo zieht es Sie hin, wenn Sie entspannen wollen?
Auf den Friedhof bei mir direkt gegenüber.
4. Welche Ecken der Stadt meiden Sie?
Jede Mall der Stadt meide ich. Zu laut, zu viele Leute, zu schlechte Luft, zu schlechte Läden.
5. Ihr ultimativer Gastro-Geheimtipp?
Caffe e Cioccolata – ein winziges Café mit nur fünf Plätzen bei mir um die Ecke. Coolste Typen! Bester Kaffee!
Zur Person
Tonkes Karriere verlief nicht ohne Tiefen. Zwischendurch blieben die Rollenangebote aus, weshalb sie zeitweise auch in einer Videothek jobbte. Aber sie kehrte immer wieder vor die Kamera zurück. Kritiker bescheinigten ihr etwa für „Hedi Schneider steckt fest“, sie fülle die Rolle dermaßen überzeugend und passgenau aus, als sei sie ihr auf den Leib geschrieben geworden.
In der Impro-Serie „Kranitz“, in der sie die Mutter Astrid spielt (Foto, mit Jan Georg Schütte), geht es um einen Paartherapeuten und seine unkonventionelle Art, Beziehungen zu reparieren.
6. Ihr ultimativer Shopping-Geheimtipp?
Der Second-Hand-Laden DEAR in Prenzlauer Berg. Da gibt es immer eine interessante Auswahl an Kleidung, immer was Neues, es ist immer aufregend. Lieb ich.
7. Der beste Stadtteil Berlins ist …
Kreuzberg und Neukölln. Das sind einfach die abwechslungsreichsten Stadtteile, mit den coolsten Läden, Galerien und Cafés, dazu der Kanal, Wochenmarkt, Flohmarkt, Prinzenbad und seit neuestem der Rio-Reiser-Platz.
8. Das nervt mich am meisten an der Stadt:
Dass sich Autofahrer und Fahrradfahrer so streiten. Das muss mit einer klügeren Verkehrspolitik gelöst werden.
9. Was muss sich dringend ändern, damit Berlin lebenswert bleibt?
Wir brauchen dringend diese 9-Kilometer-Radbahn unter der U1. Das würde doch sehr zur Sicherheit der Radfahrer beitragen und mehr Leuten ermöglichen, mit dem Rad zu fahren.
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10. Ihr Tipp an Unentschlossene: Nach Berlin ziehen oder es lieber bleiben lassen?
Schwer zu sagen. Ich find's super hier, aber jeder muss es für sich ausprobieren, kann auf jeden Fall auch schiefgehen. Und: Nie im Winter nach Berlin ziehen! Immer frühestens im Mai.
11. Cooler als Berlin ist nur noch …
Ich finde Berlin nicht besonders cool, aber macht ja nichts, ich will trotzdem nirgendwo anders leben. Auch wenn Berlin ein Dorf ist.
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