Russischer Angriffskrieg

Stoltenberg: Putin auf „langen Krieg“ in Ukraine eingestellt

Der Nato-Generalsekretär sieht keine Anzeichen dafür, dass Putin sein Ziel aufgegeben habe,„ die Ukraine zu kontrollieren“. Kiew müsse daher weitere Waffen bekommen.

Team News AFP
3 Min
„Russland plant für einen langen Krieg“, sagt Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

„Russland plant für einen langen Krieg“, sagt Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

© AP

Der russische Präsident Wladimir Putin ist nach Einschätzung der Nato auf einen noch „langen“ Krieg in der Ukraine eingestellt. Es gebe kein Anzeichen dafür, dass Putin sein Ziel aufgegeben habe, „die Ukraine zu kontrollieren“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Der Kreml-Chef sei dafür auch bereit, neue Militäroffensiven in dem Nachbarland zu führen.

„Wir sollten Russland nicht unterschätzen. Russland plant für einen langen Krieg“, betonte Stoltenberg. Die russische Führung mobilisiere weitere Kräfte und sei bereit, „zahlreiche Verluste“ unter ihren Soldaten hinzunehmen. Es sei auch zu beobachten, dass Russland sich weitere Waffen und Munition für seinen Angriffskrieg zu beschaffen versuche.

Stoltenberg: Putin muss verstehen, dass er nicht auf dem Schlachtfeld gewinnen kann

Stoltenberg bezeichnete es als notwendig, dass die Nato-Staaten die Ukraine weiterhin mit Waffenlieferungen unterstütze. Diese Lieferungen müssten solange anhalten, bis Putin verstehe, dass er „nicht auf dem Schlachtfeld gewinnen“ könne.

Der Krieg werde höchstwahrscheinlich am Verhandlungstisch beendet werden, wie dies bei den meisten Kriegen der Fall sei, sagte der Nato-Generalsekretär voraus. Jede Verhandlungslösung müsse jedoch den Status der Ukraine als „souveräne und unabhängige Nation“ sicherstellen.

Massive Stromausfälle durch russischen Beschuss in der Ukraine

Als Reaktion auf Rückschläge auf dem Schlachtfeld hat Russland in den vergangenen Woche Luftangriffe auf die Energie-Infrastruktur der Ukraine geführt, die immer wieder massive Stromausfälle verursachen. Nach massivem russischen Artilleriebeschuss des ukrainischen Stromnetzes waren auch am Freitag in mehreren Regionen des Landes die Strom- und Wasserversorgung ausgefallen. Der staatliche Energieversorger Ukrenergo erklärte, die Wiederherstellung der Stromversorgung bei Minusgraden könnte länger dauern, Priorität hätten Krankenhäuser sowie Anlagen für Wasser- und Wärmeversorgung. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell verurteilte den „willkürlichen Terror“ der russischen Angriffe.

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Die Ukraine meldete russische Angriffe auf mehrere Städte. Dabei starben mindestens drei Menschen in der Stadt Krywyi Rih, wie der Gouverneur der gleichnamigen Region, Walentyn Resnitschenko, mitteilte. Ein Kind werde noch in den Trümmern eines Hauses gesucht. Unter den 13 Verletzten in der Heimatstadt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj seien zwei weitere Kinder.

Liefern die USA Patriot-Abwehrsysteme an die Ukraine?

Laut Medienberichten planen die USA die Lieferung ihres hochmodernen Patriot-Luftabwehrsystems an die Ukraine. Von der Regierung in Washington wurde dies bislang aber nicht bestätigt.

Stoltenberg bezeichnete es als „zunehmend wichtig“, dass die Nato-Partner die Funktionstauglichkeit ihrer an die Ukraine gelieferten Waffen sicherstellten. Dazu müssten ausreichend Ersatzteile und Munition geliefert werden, forderte er.

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