Der russische Präsident Wladimir Putin hat mit einer Panzer-Besichtigung am Freitag in Tula südlich von Moskau für Verwunderung gesorgt. In einer Werkshalle eines Rüstungsbetriebs erklomm Putin einen auf Hochglanz polierten Panzer, wie Videoaufnahmen zeigten. Das Fahrzeug war offensichtlich für diesen Zweck aufgebaut worden. Die Aufnahmen zeigen, wie Putin eine kleine Treppe zu dem Panzer hinaufsteigt, sich vornüberbeugt und das Fahrzeug kurz inspiziert. Dann nickt er.
Die unabhängige Nachrichtenwebseite Nexta fragte auf Twitter ironisch, ob Putin damit den ehemaligen russischen Präsidenten Boris Jelzin nachmachen wolle. Jelzin war 1991 beim versuchten Putsch gegen Michail Gorbatschow bei seiner Rede öffentlichkeitswirksam auf einen Panzer gestiegen. Auch andere Twitter-Nutzer wunderten sich, warum Putin auf den Panzer kletterte.
Der Kremlchef forderte bei dem Rundgang von der russischen Rüstungsindustrie mehr Anstrengungen zur Unterstützung der Streitkräfte seines Landes. „Die Schlüsselaufgabe der Unternehmen der Rüstungsindustrie ist die Versorgung aller Einheiten mit allen notwendigen Waffen, Technik, Munition und Ausrüstung“, sagte der russische Präsident. „Zudem muss diese Versorgung im benötigten Umfang und entsprechender Menge erfolgen, und innerhalb der Fristen“, so Putin.
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Er forderte, bei der Produktion von Waffen die „bisherigen Kampferfahrungen“ einfließen zu lassen. Er vermied jeden Hinweis darauf, wo diese „Kampferfahrungen“ gesammelt wurden. Russland marschierte Ende Februar in die Ukraine ein. Seither wehrt sich das ukrainische Militär gegen die Truppen des großen Nachbarn.
Putin hatte am Mittwoch bei einer Sitzung im Verteidigungsministerium ein höheres Tempo bei der Aufrüstung und Modernisierung der Streitkräfte gefordert. Für die weitere Aufrüstung der Armee gebe es „keine finanziellen Beschränkungen“, sagte er. Zudem sollen die Streitkräfte demnach um knapp 350.000 Soldaten auf eine Stärke von 1,5 Millionen Mann ausgebaut werden.
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