Interview

Wirtschaftssenator Schwarz: „Die Fashion Week ist Berlins Schaufester zur Welt“

Wearables, Nachhaltigkeit, Crossover meets Hightech. Darin sieht Berlins Wirtschaftssenator Stephan Schwarz den spezifischen Charakter der Mode aus der Hauptstadt.

Elmar Schütze Chiara Maria Leister
13 Min
Wirtschaftssenator Stephan Schwarz

Wirtschaftssenator Stephan Schwarz

© Bastian Thiery für Berliner Zeitung am Wochenende

In Berlin beginnt in der kommenden Woche die Fashion Week. Der Wirtschaftssenator fördert die Branche kräftig, Fashion ist ihm nicht fremd. Ein Gespräch mit Stephan Schwarz in seinem stylischen Büro in Schöneberg über Berlins Chancen, Stärken und Schwächen im internationalen Wettbewerb der Modemetropolen. Paris, Mailand, London – Berlin!? Im Ernst? Schwarz sagt: Ja, aber anders.    

Berliner Zeitung: Herr Schwarz, wie viele Anzüge besitzen Sie?

Stephan Schwarz: (überlegt). Ich habe noch ein paar alte Anzüge, die mir aber nicht mehr passen. Wenn ich die weglasse, sind es sechs oder sieben. Seit ich Senator bin, habe ich kaum Zeit für Sport. Man nimmt zu.

Bereuen Sie also womöglich die Entscheidung, in die Politik gegangen zu sein?

Natürlich nicht, auch wenn ich ursprünglich eine andere Idee hatte. Einige Zeit vor der Wahl 2021 habe ich Franziska Giffey getroffen und ihr geraten, bei einem Wahlsieg das Wirtschaftsressort ins Rathaus zu holen. Die Kultur hat davon profitiert, dass Klaus Wowereit in Personalunion auch Kultursenator war. Und es war gut für die Wissenschaft, dass Michael Müller gleichzeitig auch Wissenschaftssenator war.

Es kam dann doch ganz anders.

Richtig. Einige Woche nach der Wahl rief Franziska Giffey an und fragte, ob ich als ihr Senator die Wirtschaft in Berlin voranbringen will. Gemeinsam mit ihr. Ich hatte nicht damit gerechnet, musste aber nicht lange überlegen.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Jetzt haben Sie gesagt, Sie bleiben nur im Amt, wenn Franziska Giffey Regierende Bürgermeisterin bleibt. Steht das noch?

Ja, das gilt.

Franziska Giffey achtet immer sehr darauf, was sie trägt. Würden Sie von sich sagen, dass Sie Wert auf Ihr Aussehen legen und modebewusst sind?

Wert auf ein gepflegtes Aussehen muss man sowohl als Unternehmer als auch als Politiker legen. Aber ich würde mich jetzt nicht als ausgesprochen modeaffinen Menschen bezeichnen.

Sie waren ja mal mit Jette Joop zusammen…

Ach…

… hat Sie das in Bezug auf Mode geprägt?

Nö.

Sie haben als junger Mann in Paris gelebt, einer echten Modemetropole. Hat Sie das in irgendeiner Form berührt?

In Paris war ich Student und habe in einem Verlag gearbeitet. Mit Mode hatte ich überhaupt nichts zu tun.

Nun haben wir gelernt, dass Sie sich nicht als explizit modeaffin verstehen. Dennoch: Wie würden Sie ihren Kleidungsstil bezeichnen? Was ist Ihre Trendfarbe?

Ich bin modisch eher klassisch orientiert, insofern werden Sie bei mir nicht so die knalligen Farben finden, sondern eher die gedeckten Farben Blau und Grau sehen. Vielleicht noch Schwarz.

Und was versprechen Sie sich persönlich von der Fashion Week in Berlin?

Wir sind die Modemetropole in Deutschland und die Fashion Week ist unser Schaufester zur Welt. Dass jetzt die Premium Group mit ihren wichtigen internationalen Leitmessen Premium und Seek zurückgekommen ist, unterstreicht die Bedeutung noch einmal. Die Modebranche hat hier eine große wirtschaftliche Bedeutung erreicht. Wir haben in dem Bereich 4800 Betriebe, 25.000 Beschäftigte und mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz. Das sind sehr gute Zahlen.

Wachsen diese Zahlen?

Das kann man gerade schlecht beziffern, die Vergleichszahlen mit dem letzten Vor-Corona-Jahr 2019 sind schwierig. Wir sehen aber eine gute Tendenz. Allein die Rückkehr der Premium zeigt, dass für die Macher Anita Tillmann und Jörg Arntz Berlin der Fashion-Ort in Deutschland ist. Ein Ort der Kreativität, aber auch ein Ort für Business. Die Modebranche ist hier ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, einerseits in der direkten Wertschöpfung, und mehr noch als ein wesentlicher Bestandteil der Kreativwirtschaft. Und diese ist für Berlin von entscheidender Bedeutung. Weil das kreative Ökosystem auf alle anderen Branchen ausstrahlt.

Wie profiliert sich Berlin im Modebereich im Vergleich zu Paris, Mailand oder gar Düsseldorf?

Wir sind anders positioniert. In Berlin greifen viele Designer frühzeitig Zukunftstrends auf, das macht Berlin aus. Ganz wichtig ist das Crossover von Fashion und Technologie. Etwa in den sogenannten Wearables. Da werden Kleidung oder Accessoires im wahrsten Sinne des Wortes mit Hightech-Funktionen verwoben. Zum Beispiel smarte Gesundheits-Applikationen. Auch Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle.

Da geht’s etwa um Upcycling, die Wiederverwertung und Umwandlung von Stoffen in neuwertige Produkte. Das ist ein großer Trend in der Modeindustrie. Da sind wir in Berlin nicht nur stark, wir treiben diese Entwicklung. Wir sind aber vor allem in der Ausbildung junger Menschen für den Modebereich extrem wichtig. Wir bilden in unseren 13 Modeeinrichtungen jedes Jahr 300 junge Menschen aus. Berlin hat die gesamte Bandbreite, von renommierten Modeschulen bis zum universitären Bereich, mit der Universität der Künste, der Kunsthochschule Weißensee, der Hochschule für Technik und Wirtschaft oder der TU Berlin.


              Stephan Schwarz amtiert im Olex-Haus in Schöneberg, gebaut 1915/1916

Stephan Schwarz amtiert im Olex-Haus in Schöneberg, gebaut 1915/1916

© Bastian Thiery für Berliner Zeitung am Wochenende

Aber kann die Branche überhaupt 300 hervorragend ausgebildete Absolventen auffangen, die die Schulen und Hochschulen pro Jahr verlassen? Können die alle einen Job finden?

Wie gesagt: Wir haben 25.000 Menschen, die in Berlin in dem Sektor arbeiten, und wir sehen, dass die zentrale Frage für alle Branchen heute der Nachwuchs ist. Nicht alle werden in Berlin bleiben. Unsere Leute sind gut und gehen überall in die Welt. Sie tragen den Spirit von Berlin in andere Regionen, in andere Modemetropolen hinein. Man kann sagen: Das sind Botschafter der Marke Berlin, und die steht vor allem für Kreativität, Innovation, Offenheit und Diversität. Das ist die Berliner DNA. Wir haben eine besondere Rolle unter den Modemetropolen. Ich würde mir natürlich für die Zukunft wünschen, dass wir daraus noch mehr Wertschöpfung generieren.

Mehr wirtschaftliche Leistung also.

Wir haben unbestritten das kreativ-schöpferische Potenzial. Seit 2006 ist Berlin Unesco-Stadt des Designs, die erste übrigens – mittlerweile gibt es mehrere. Das kommt nicht von ungefähr. Und als Wirtschaftssenator bin ich überzeugt, dass hier auch Potenzial für mehr Wertschöpfung liegt, gerade in Verbindung zum Handwerk. Früher hatten wir Tausende Zwischenmeister in der Stadt.

Das müssen wir erklären: Bei den Zwischenmeistern landeten die Entwürfe aus Paris oder Mailand. Die Entwürfe wurden vereinfacht und dann in Berlin von den Zwischenmeistern gefertigt.

Genau. Die haben umgesetzt, was die Designer entworfen haben. Sie haben also weitere Wertschöpfung geliefert. Viele Designer haben in den vergangenen 20, 30 Jahren woanders produzieren lassen, teilweise in Thüringen oder in Norditalien. Ich sehe aber einen Trend hin zum Lokalen, aus Nachhaltigkeitsgründen, und genau dafür steht ja Berlin. Für das Modehandwerk in Berlin erwachsen daraus wieder Chancen, nachdem Damen- und Herrenschneider in den vergangenen Jahrzehnten eher abgebaut haben. Auf dieser Tradition wieder aufzubauen, das wäre für mich ein wichtiges Ziel. Das wird nicht im großen Stil sein, da ist der Zug abgefahren. Aber die qualitativ hochwertige, nachhaltige, innovative Wertschöpfung können wir in Berlin noch weiterentwickeln.

Zur Person
Berliner Zeitung/Markus Wächter

Zur Person

Stephan Schwarz ist eigentlich gar kein Politiker – zumindest gehört er keiner Partei an. Der 57-jährige gebürtige West-Berliner ist von Hause aus Unternehmer. Zusammen mit seinem Bruder erbte der Absolvent der Philosophie und Geschichtswissenschaften (an der FU und der Sorbonne in Paris) die GRG Services Berlin, die der Großvater 1920 als GRG - Großberliner Reinigungs-Gesellschaft gegründet hatte. Die Brüder waren Geschäftsführende Gesellschafter. Von 2003 bis 2019 war Schwarz zudem Präsident der Berliner Handwerkskammer, deren Ehrenpräsident er bis heute ist. Nach den Abgeordnetenhauswahlen 2021 berief ihn die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey zum Senator für Wirtschaft, Energie und Betriebe. Seitdem ruhen seine Funktionen im Familienunternehmen.

Aber dafür bräuchte es ja auch einen Markt mit Abnehmern, die sagen: Das ist es mir auch wert. Ich bezahle für ein Stück deutlich mehr, als ich es woanders tun würde.

Da bewegt sich in der Gesellschaft schon einiges, aber klar, es ist nicht der Massenmarkt. Berlin wird eher für Trends stehen, die in die Zukunft weisen, die eher avantgardistisch, vorne dran sind. Da können wir in der Zukunft mehr machen. Aber man darf diesen Wirtschaftszweig nicht allein betrachten. Man muss ein Verständnis dafür entwickeln, dass Mode ein unverzichtbarer Teil unseres kreativen Ökosystems ist. Dazu gehören Kunst, Kultur, Galerien, die Wissenschaft und die dynamische Start-up-Szene im Digitalbereich. Die gemeinsamen Nenner sind die kreativen Talente, die wir haben. Alles, was sich in diesem kreativen Ökosystem befindet, befruchtet sich gegenseitig. Daraus entsteht eine besondere Anziehungskraft, auf Menschen und ja, auch auf Investitionen. Wir sind Spitze, was Wagniskapital angeht. Davon profitiert Berlins wirtschaftliche Entwicklung ungemein.

Sie sprechen über Nachhaltigkeit, also Green Fashion oder das Fair-Trade-Business. Viele Unternehmen dabei sind so klein, dass sie nach kurzer Zeit wieder weg sind. Bei Betrachtung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses wird der normale Verbraucher wohl nicht sagen, ich kaufe mir jetzt Produkt X oder Y, das aus dieser oder jener Produktion stammt. Glauben Sie wirklich an die Zukunftsfähigkeit nachhaltiger Produktion? Ist das mehr ein Zeitgeist?

Ich glaube, es gibt gar keine Alternative dazu. Ich erlebe in vielen Sektoren der Wirtschaft, dass Unternehmen sich auf den Weg gemacht haben für eine nachhaltige Produktion – aus Verantwortung gegenüber dem Planeten, aber auch, weil sie die Bedürfnisse ihrer Kundschaft befriedigen wollen. Das kann man heute nur tun, wenn man nachhaltig ist. Das ist noch nicht 100 Prozent des Marktes, aber alle sind auf der Suche nach nachhaltigen Lösungen und Produkten. Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit sind heute keine Antipoden mehr, sie ergänzen sich. Und bei Verbraucherinnen und Verbrauchern gibt es heute ein gutes Gespür, ob etwas nur Greenwashing ist. Kein Unternehmen kann es sich erlauben, sich dem zu verschließen.

Der Senator in seinem Büro in der ersten Etage.

Der Senator in seinem Büro in der ersten Etage.

© Bastian Thiery für Berliner Zeitung am Wochenende

Nun gilt ja ausgerechnet diese Branche mit ihren Saisons und Moden als wenig nachhaltig. Und da müssen wir gar nicht nur über die Haute Couture reden. Schon nach kurzer Zeit wird das Zeug weggeworfen oder sonst wohin verkloppt und damit dort der Markt ruiniert. Die Verschwendung von Ressourcen ist enorm.

Der Markt mit nachhaltiger Mode wächst. Berlin ist in dieser Entwicklung ganz vorn und dackelt nicht hinterher. Ich werde manchmal gefragt, wann wir denn so weit sind wie Mailand, London oder Paris. Dann sage ich: Das sind nicht unsere Vorbilder, wir gehen einen eigenen Weg. Das gilt zum Beispiel auch für den Ansatz, den CO2-Fußabdruck in der Produktion kleinzuhalten. Wir setzen Zukunftstrends, da liegt die Chance für Berlin.

Was ist Ihnen, und damit dem Senat, diese Chance wert? Wie hoch ist die öffentliche Fördersumme für die Branche?

Wir fördern die Modebranche in Berlin mit gut 3,7 Millionen Euro im Jahr. Ein kleinerer Teil geht ins Standortmarketing, aber der Großteil fließt als Unterstützung verschiedener Formate der Berlin Fashion Week zwei Mal im Jahr. Da geht es vor allem um Präsentationsmöglichkeiten für unsere lokalen Designer und Modeschaffenden und Foren für die Vernetzung der verschiedenen Player. Bei dem Studio2Retail-Format, den wir gemeinsam mit dem Fashion Council Germany durchführen, kann man zum Beispiel jenseits der Laufstege bei Atelier- und Store-Events die Berliner Mode erleben. Genau wie beim Berliner Salon, wo sich vom 17. bis 18. Januar nachhaltig und qualitätsbewusst agierende Berliner Labels präsentieren. Da kann jeder hin.

Kommen denn auch die Einkäufer? Oder anders gesagt, lohnt sich der Aufwand wirtschaftlich?

Ich möchte, dass die Fashion Week eine Leistungsschau der spezifischen Berliner Szene ist. Die Besucher und Einkäufer wissen, dass Berlin immer etwas Außergewöhnliches zu bieten hat. Ich will jetzt keinem anderen deutschen Standort auf die Füße treten, aber warum sind die Messen Premium und Seek nach Berlin gekommen? Berlin ist die Kreativquelle, hier spielt die Musik.

Man hätte die Leitmesse Premium nie weggehen lassen dürfen

Stephan Schwarz

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Premium erst einmal weggegangen ist, nachdem sie viele Jahre in Berlin war, hier groß geworden ist und die Stadt tatsächlich zu so etwas wie einer Modemetropole gemacht hat. Voriges Jahr hat die Premium in Frankfurt am Main stattgefunden. Jetzt ist sie zurück. Was ist passiert? Haben Sie persönlich etwas geändert?

Mir ist ein Rätsel, wie man die Premium hat weggehen lassen können. Relativ schnell nach meinem Amtsantritt vor etwas mehr als einem Jahr haben wir Kontakt zu den Machern aufgenommen, gefragt, was denn los war. Wir wollten die Premium zurückholen und haben den roten Teppich ausgerollt. Ohne Geld.

Was war denn los? Was haben Sie gehört?

Vielleicht war da zu wenig Aufmerksamkeit. Wir haben schnell Interesse signalisiert, und das ist auf fruchtbaren Boden gefallen. Man muss doch die Berlin Fashion Week und die Modebranche als Chance für die Stadt begreifen. Und sich auch mal die Sekundäreffekte einer solchen Messe anschauen. Allein durch die Premium kommen durchschnittlich 10.000 bis 15.000 Besucher, davon sind 70 bis 80 Prozent von außerhalb. Das hat Effekte auf den Hotelmarkt, die Gastronomie, den Einzelhandel. Das sind viele Millionen Euro, die in der Stadt bleiben. Solche Messen lohnen sich also auch aus wirtschaftspolitischer Sicht. Aber wie gesagt: Ich würde es ungern begrenzen auf das reine Messegeschäft, sondern auch über die Strahlwirkung sprechen und die Reichweite für das Berlin-Bild. Wir haben durch die Fashion Week eine weltweite Medienreichweite von einer Milliarde.

Was soll konkret hängenbleiben für die Wirtschaft der Stadt?

Die Wirtschaftsstandorte befinden sich in einem weltweiten und extremen Wettbewerb um Talente. Sie sind wichtige Treiber der wirtschaftlichen Entwicklung. Und die Talente gehen da hin, wo die Kreativität ist. Diese Message transportieren wir auch über eine Fashion Week.

Aber es geht doch Medienreichweite verloren, weil die Pariser Fashion Week zur selben Zeit stattfindet. Wer hat eigentlich den Berliner Termin gesetzt? Waren Sie das?

Den haben nicht wir in der Senatsverwaltung festgelegt, sondern gemeinsam mit der Premium und den Playern aus der bisherigen Fashion Week. Der Termin der Premium ist vom Business gesetzt, das ist eine Ordermesse. Nach der sehr kurzfristigen Rückkehr der Messe nach Berlin war es Aufgabe, die Termine zu synchronisieren. Das ist uns gelungen.

Senator Schwarz: Berlin ist frischer, innovativer, diverser, frecher und viel weniger etabliert

Und Paris?

Ich sehe Paris und Berlin nicht als Wettbewerber. Paris arbeitet mit Haute Couture und Prêt-à-porter in einem völlig anderen Segment. Berlin ist frischer, innovativer, diverser, frecher und viel weniger etabliert. Das macht den Reiz für ein bestimmtes Publikum aus, und das kann auch keine andere Stadt so liefern.

Sie wollen doch jetzt nicht den alten Spruch der armen Stadt, die aber sexy ist, wiederbeleben?

Das ist Vergangenheit. Der Spruch von Wowereit passte damals, er passt aber heute nicht mehr. Berlin hat aus der Sexyness mittlerweile Wirtschaftskraft gemacht. Wir haben im Vergleich zum Bund seit vielen Jahren überdurchschnittliche Steigerungen beim Wirtschaftswachstum. Das gilt auch für 2022, ein besonders schwieriges Jahr mit Corona und der Energiekrise. Berlin liegt beim Zuwachs an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen an der Spitze Deutschlands, an erster Stelle. Der Grund: Wir sind attraktiv für Talente. Da schließt sich der Kreis. Wir sprechen hier von einer Branche mit der gesamten Bandbreite in einem Segment, vom Großunternehmen Zalando bis hin zu einer Designerin, die Einzelkämpferin ist.

Was können Sie da anschieben?

Wir können Sichtbarkeit schaffen. Zalando braucht das nicht, aber die jungen Designerinnen und Designern, die vielleicht nicht einmal einen Partner haben. Denen wollen wir das Schaufenster geben, die wollen wir präsentieren.

Wissen Sie schon, wie viele Schauen Sie sehen werden?

Ich gehe auf jeden Fall zur Eröffnung, und mein Staatssekretär Michael Biel und ich werden uns einige weitere Termine aufteilen, zum Beispiel den Nachhaltigkeits-Summit am Mittwoch auf dem Messegelände, wo auch die Premium-Messen stattfinden. Wir legen Wert darauf, vor Ort und im Gespräch mit der Branche zu sein. Da ist vor allem Staatssekretär Biel laufend dran, nicht nur zur Fashion Week.

Wenn Sie jetzt als Senator nicht hinmüssten, wären Sie denn privat trotzdem dabei?

Als Handwerkskammerpräsident mit Sicherheit und auch als Vorsitzender der Julius-Lessing-Gesellschaft, dem Freundeskreis des Berliner Kunstgewerbemuseums. Wir haben ein Kunstgewerbemuseum, das eine der bedeutendsten Modesammlung in Deutschland hat. Das wissen leider zu wenige. Kann ich nur empfehlen!

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner