Energie

„Nein“: Lauterbach lehnt Reparatur von Nord Stream 1 ab

Karl Lauterbach hat sich gegen den Vorschlag aus Sachsen ausgesprochen, die Pipeline Nord Stream 1 zu reparieren.

Michael Maier
2 Min
Gesundheitsminister Karl Lauterbach

Gesundheitsminister Karl Lauterbach

© dpa

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich gegen den Vorschlag von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gewandt, die bei einer Explosion zerstörte Pipeline Nord Stream 1 zu reparieren. Kretschmer hatte den Funke-Zeitungen gesagt, die Betreiber von Nord Stream sollten dafür sorgen, dass die Pipeline repariert werden kann. Lauterbach schreib dazu auf Twitter: „Nein. Niemand will zurück in diese Erpressbarkeit. Für den Vorschlag fehlt mir echt das Verständnis.“ Kretschmer hatte gefordert, dass die verbliebene Röhre zumindest gesichert werden müsse: „Wird der Schaden nicht behoben, ist Nord Stream 1 dauerhaft unbrauchbar“, sagte Kretschmer.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in einem Videotelefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bedauert, dass er sich früher für Nord Stream 2 eingesetzt habe und bezeichnete dieses Engagement als „Fehler“. Zudem distanzierte er sich von seinem einstigen politischen Weggefährten, Altkanzler Gerhard Schröder (SPD), wegen dessen langjähriger Tätigkeit für russische Energiekonzerne, zu denen auch Nord Stream gehört.

Der Chemiekonzern BASF ist wegen Abschreibungen auf das Russland-Geschäft seiner Fördertochter Wintershall Dea im vergangenen Jahr überraschend in die roten Zahlen gerutscht. Unter dem Strich häufte das Dax-Unternehmen vorläufigen Zahlen zufolge einen Verlust von rund 1,4 Milliarden Euro an, wie es am Dienstag nach Börsenschluss mitteilte. Verantwortlich dafür waren vor allem Wertminderungen auf Wintershall Dea in Höhe von 7,3 Milliarden Euro, weil die Konzerntochter das Segment Russland abspaltet und neu bewertet. Außerdem fielen Abschreibungen auf die Nord Stream AG an. Allein im vierten Quartal betrugen die Abschreibungen bei BASF 5,4 Milliarden Euro. Wintershall Dea plant den Angaben zufolge einen vollständigen Rückzug aus Russland unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen. (mit dpa)

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