Regionalliga Nordost

Regionalliga Nordost vor dem Start: „Wir freuen uns wieder auf den Fußball“

Am Freitag startet die Regionalliga Nordost wieder. Mit von der Partie sind sieben Berliner Vereine. Wie ist die Stimmung, was sind ihre Saisonziele?

5 Min
Dynamo-Stürmer Christian Beck (M.) will in der Rückrunde der Regionalliga Nordost noch mal richtig angreifen.

Dynamo-Stürmer Christian Beck (M.) will in der Rückrunde der Regionalliga Nordost noch mal richtig angreifen.

© Patrick Skrzipek

Für fünf der sieben Berliner Fußballklubs beginnt ab Freitag die zweite Saisonhälfte. Wer schielt noch auf die Aufstiegsplätze und wer muss ums nackte Überleben in der Regionalliga Nordost kämpfen? Ein Überblick.

BFC Dynamo: 10. Platz, 23 Punkte

Es ist eine unbefriedigende Situation für den Vorjahresmeister. Die 2:3-Pleite gegen Luckenwalde vor der Weihnachtspause stand stellvertretend für das Auftreten der vergangenen Monaten. Starke Spiele wie der 4:1-Sieg gegen den heutigen Tabellenführer Cottbus wechselten sich mit schwachen Auftritten wie in Erfurt (1:4) oder eben Luckenwalde ab. Graues Mittelmaß statt Aufstiegsambitionen bestimmen den Alltag beim BFC.

Immerhin gelang den Fußballern aus Hohenschönhausen ein Erfolgserlebnis vor dem Wiederbeginn am Freitag gegen Lichtenberg 47 (Sportforum). Im Geheimtest gegen die zweite Mannschaft von Hansa Rostock siegten die Berliner durch einen Doppelpack von Stürmer Christian Beck mit 2:0. Auch die Rückkehr des alten Traditionslogos sorgt bei Mannschaft und Verein für Aufbruchstimmung. Diese positive Energie sollte am besten schon in den kommenden Wochen in Punkte umgewandelt werden.

VSG Altglienicke: 9. Platz, 23 Punkte

Die VSG Altglienicke befindet sich ähnlich wie der BFC im grauen Liga-Mittelfeld. Sowohl nach oben als auch nach unten hat die Mannschaft von Trainer Karsten Heine ein ordentliches Punktepolster. Vor allem an der fehlenden Konstanz mangelte es bisher, obwohl sich die Südost-Berliner nach dem Sommerzugang von Tolcay Cigerci viele Hoffnungen auf eine erfolgreiche Spielzeit machten. Von einem vierten Platz wie im Vorjahr oder gar der Vizemeisterschaft wie in den zwei Jahren zuvor ist Altglienicke weit entfernt.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Winterzugang Philip Türpitz, ehemaliger Kicker in Aue, Magdeburg und Rostock, soll nun für die Wende sorgen. Der 31-jährige Angreifer war seit dem Sommer vereinslos. Besonders der Kontakt zu Lothar Hamann, dem Sportlichen Leiter der VSG, begünstigte den Transfer. Türpitz ist mit seinen neuen Teamkollegen schon am Freitag beim Auswärtsspiel in Erfurt (19 Uhr) gefordert.

Hertha BSC II: 11. Platz, 18 Punkte

Die von Hertha-Legende Ante Covic trainierten Amateure stehen zwar auf einem Mittelfeldplatz, die Abstiegsplätze sind jedoch bedrohlich nah. Besonders der Oktober gestaltete sich miserabel, als einem 0:5 gegen Cottbus ein weiteres 0:5-Debakel gegen Altglienicke folgte. In den Partien, die während der Katar-WM liefen, stabilisierten sich die Hertha-Bubis. Der Ausgang der Spielzeit bleibt jedoch ungewiss.

Der Kapitän der Profis, Marvin Plattenhardt (l.), beim Training der Hertha-Amateure

Der Kapitän der Profis, Marvin Plattenhardt (l.), beim Training der Hertha-Amateure

© imago/Nordphoto

Die ersten Begegnungen werden wohl ein Fingerzeig sein, wohin die Reise dieses Jahr gehen wird. Einen Tag nachdem die Profis ihren ersten Kick in Bochum haben, empfängt die zweite Mannschaft im Amateurstadion Carl Zeiss Jena (13 Uhr). Eine Woche später kommt Lokomotive Leipzig nach Berlin, bevor die Amateure des FC Liverpool im Premier League International Cup vor der Brust stehen. Wie auch die Profis erwartet die U23 sehr anspruchsvolle Aufgaben im Januar.

FC Viktoria 1889 Berlin: 14. Platz, 17 Punkte

Als BFC Viktoria 1889 gab es Anfang des 20. Jahrhunderts zwei deutsche Meisterschaften, der Alltag heute lautet Kampf um den Klassenerhalt in der vierthöchsten Spielklasse. Die Fußballer aus Lichterfelde stehen knapp über den potenziellen Abstiegsplätzen, oberste Priorität für die Mannschaft von Trainer Semih Keskin hat der Ligaverbleib.

Die erste Bewährungsprobe im neuen Jahr hat es gleich in sich. Zur Mittagszeit (13 Uhr) empfangen die Süd-Berliner den Chemnitzer FC, der wiederum nach ganz oben schielt und mit nur fünf Punkten bei einem Spiel weniger hinter Tabellenführer Cottbus steht. Die Partie findet wieder in der alten Heimstätte von Viktoria statt, dem Stadion Lichterfelde.

Für mehr Stabilität soll ein Neuzugang sorgen. Laurenz Dehl kam in der Winterpause auf Leihbasis von Union Berlin. Bei Viktoria hofft der 21-jährige Mittelfeldspieler auf mehr Spielpraxis, die er bei seinen vorherigen Leihstationen in Halle und Dublin nicht bekam.

SV Lichtenberg 47: 16. Platz, 13 Punkte

Vier Punkte sind es für die Lichtenberger bis zum rettenden Ufer. „Stabil Fußball spielen, Punkte holen und am Ende die Klasse halten“, wünscht sich Benjamin Plötz. Der Sportliche Leiter spricht von einer „vollumfänglichen guten Stimmung im Team“. In Lichtenberg freut man sich auf den Re-Start am Freitag.

Für die Lichtenberger, die ohne einen einzigen Profi an den Start gehen, dürfte die Mission Klassenerhalt ein schwieriges Unterfangen werden. Besonders in der Qualität und bei den Fitnesszuständen gibt es gegenüber Ligakonkurrenten Differenzen. Die stabilen Mittelfeldplätze aus den Vorjahren werden schwer zu erreichen sein.

Im Lichtenberger Hans-Zoschke-Stadion soll der Klassenerhalt erreicht werden.

Im Lichtenberger Hans-Zoschke-Stadion soll der Klassenerhalt erreicht werden.

© imago images/Matthias Koch

Zum Auftakt geht es am Freitag (19 Uhr) zum Nachbarschaftsduell nach Hohenschönhausen, wobei der BFC Dynamo als Favorit in die Partie geht. Das Duell im Landespokal ging dieses Jahr an ‚die‘ Weinroten, immerhin gewannen die Lichtenberger die bisher letzte Regionalliga-Partie vor fast einem Jahr knapp mit 1:0.

Tennis Borussia Berlin: 17. Platz, 7 Punkte

Für Tennis Borussia war es eine Hinserie zum Vergessen: 13 Niederlagen in 16 Partien und ein grausames Torverhältnis von 13:54 sprechen für sich. Die Charlottenburger sind mit nur sieben mickrigen Punkten stark abstiegsgefährdet. Allen voran durch eine Reihe von Zugängen auf und abseits des Rasens soll mit aller Macht die Liga gehalten werden.

Auf dem Platz sollen der Sohn von Union-Legende Ronny Nikol, Etienne, der frühere luxemburgische Juniorennationalspieler Dino Mahmutovic und Daniel Krasucki für Erfolg sorgen. Zudem trennte sich TeBe aufgrund der prekären Tabellenlage vom Cheftrainer Abu Njie. Die Herkulesaufgabe Klassenerhalt übernimmt nun Christopher Brauer.

Am Freitag startet die Mission Klassenerhalt im heimischen Mommsenstadion in einem stadtinternen Duell gegen den Berliner AK (19 Uhr). Besonders zu Hause sollten die „Veilchen“ punkten, denn auswärts gab es in dieser Saison acht Pleiten bei acht Spielen.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner