UPDATE

Proteste

Israel: Zehntausende demonstrieren erneut gegen Netanjahus Regierung

Die neue rechts-religiöse israelische Regierung ist im Land umstritten. Besonders ihre Absicht, das Justizsystem gezielt zu schwächen, besorgt viele.

Team News dpa
2 Min
Der Protest richtet sich vor allem gegen die Absicht der israelischen Regierung, das Justizsystem im Land gezielt zu schwächen.

Der Protest richtet sich vor allem gegen die Absicht der israelischen Regierung, das Justizsystem im Land gezielt zu schwächen.

© dpa/Ilia Yefimovich

Auch Ex-Ministerpräsident Jair Lapid nahm an der Kundgebung teil. Es wird erwartet, dass im Laufe des Abends die Teilnehmerzahl noch weiter nach oben geht. Auch in Jerusalem, Haifa und Beerscheba waren Demonstrationen angekündigt.

Zehntausende Menschen sind in Tel Aviv auf die Straßen gegangen. Auch in anderen Städten waren Demonstrationen geplant.

Zehntausende Menschen sind in Tel Aviv auf die Straßen gegangen. Auch in anderen Städten waren Demonstrationen geplant.

© dpa/Ilia Yefimovich

Der Protest richtete sich vor allem gegen die Absicht der Regierung, das Justizsystem im Land gezielt zu schwächen. Nach den Plänen von Justizminister Jariv Levin soll etwa eine Mehrheit im Parlament ein Gesetz verabschieden können, auch wenn es nach Ansicht des Höchsten Gerichts gegen das Grundgesetz verstößt. Levin will außerdem die Zusammensetzung des Gremiums zur Ernennung von Richtern ändern. Die tiefgreifenden Veränderungen könnten Netanjahu auch bei seinem laufenden Korruptionsprozess in die Hände spielen.

Israel: Höchstes Gericht gegen Minister-Ernennung

Angeheizt wurden die Proteste in dieser Woche von einem weitreichenden Urteil des Höchsten Gerichts. Die Richter hatten am Mittwoch entschieden, dass Israels Innen- und Gesundheitsminister Arie Deri sein Amt nicht behalten darf. Die Richter begründeten ihr Urteil mit der wiederholten Verurteilung Deris. Zudem führten sie an, dass er im vergangenen Jahr bei einem Verfahren wegen Steuervergehen vor Gericht versicherte, sich aus der Politik zurückzuziehen.

Damit Deri trotz Verurteilung Minister werden konnte, hatte die neue Koalition eigens ein Gesetz geändert. Der Vorsitzende der strengreligiösen Schas-Partei gilt als enger Vertrauter Netanjahus. Der wiedergewählte Ministerpräsident hat sich bisher noch nicht offiziell zu dem Urteil geäußert. Unklar ist, ob er sich diesem widersetzen oder Deri entlassen wird.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Befürworter der geplanten Justizreform fühlen sich durch das Urteil gegen Deri bestätigt. Sie werfen dem Höchsten Gericht seit Jahren eine übermäßige Einmischung in politische Entscheidungen vor.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner